ZVV verzeichnet Defizit – trotz Rekordzahlen

Pascal Turin

Der öffentliche Verkehr ist beliebt: Vergangenes Jahr transportierte der Zürcher Verkehrsverbund so viele Menschen wie noch nie. Allerdings bleibt das Defizit hoch und die Betriebskosten steigen.

Es ist ein neuer Rekord: 687 Millionen Fahrgäste brachte der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) 2025 von A nach B. Das sind gemäss einer Medienmitteilung 17 Millionen mehr Reisende im Vergleich zu 2024. «Und dies trotz verändertem ­Mobilitätsverhalten mit weniger täglichem Pendelverkehr», wie es in der Presseaussendung des ZVV heisst. Der öffentliche Verkehr bleibe für die Bevölkerung im Kanton Zürich das Rückgrat der Alltagsmobilität.

Auch der Kostendeckungsgrad ist gegenüber dem Vorjahr auf 65,2 Prozent gestiegen. 2024 waren es noch 63,5 Prozent. Trotzdem bleibt ein Defizit von 396,5 Millionen Franken. Dieses wird hälftig durch den Kanton und die Gemeinden getragen. Immerhin: Das finanzielle Ergebnis 2025 fällt besser aus als budgetiert. Und das Defizit konnte im Vergleich zum Vorjahr reduziert werden. 2024 resultierte ein Verlust von 417,9 Millionen Franken.

Die Kostenseite wächst laut ZVV allerdings weiterhin stärker als die Einnahmen. Grund dafür sind etwa steigende Betriebskosten, notwendige Investitionen in Infrastruktur und Fahrzeuge sowie die laufende Dekarbonisierung des Betriebs. Neben neuen Elektrobussen verkehrt seit Sommer 2025 das Elektro-Motorschiff Uetliberg auf dem Zürichsee. Spannend ist zudem, dass offenbar Einzelbillette mittlerweile 50 Prozent der Fahrausweiseinnahmen ausmachen. «Dieser Strukturwandel ist Ausdruck ­eines veränderten Mobilitätsverhaltens: Viele Fahrgäste reisen flexibler und weniger regelmässig als früher», schreibt der ZVV weiter. Aber auch die Anzahl Jahres- und Monatsabos habe im Vergleich zum Vorjahr weiter zugenommen. 2025 kauften die Fahrgäste demnach 229 000 Jahresabos (2024: 227 000) und 1,64 Millionen Monatsabos (2024: 1,6 Millionen).

Bei den Verkaufskanälen schwingen gemäss Communiqué die digitalen Optionen wie zum Beispiel die ZVV-App oder der Webshop immer deutlicher obenauf. Fast 80 Prozent der Tickets wurden online erworben.

Zum Erfolg der digitalen Tickets beigetragen haben dürfte die Tatsache, dass der Billettverkauf in den Bussen abgeschafft wurde. Wer kein Smartphone besitzt, muss sein ÖV-Ticket aber nicht am Automaten oder am Schalter kaufen. Der ZVV-Kundendienst bietet einen telefonischen Ticketverkauf an. Das Billett wird dann ­direkt auf den Swisspass geladen. (pat.)

687 Millionen Fahrgäste brachte der Zürcher Verkehrsverbund 2025 von A nach B. Bild Pascal Turin