Wohnungsmarkt: Lage verschärft sich

Die Anspannung auf dem Schweizer Wohnungsmarkt nimmt weiter zu. Besonders angespannt bleibt die Lage für Haushalte mit geringer Kaufkraft sowie im Grossraum Zürich, in der Zentralschweiz und in verschiedenen Bergregionen.

Ein Grund dafür liegt darin, dass zu wenig neuer Wohnraum entsteht, um mit dem Wachstum der Anzahl Haushalte Schritt zu halten. Dies schreibt das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) in einer Medienmitteilung.

Die Zunahme der Anzahl Haushalte hängt gemäss der Presseaussendung aus Bundesbern unter anderem mit dem Bevölkerungswachstum zusammen. Zwischen 1990 und 2025 wuchs die Bevölkerung der Schweiz um 36,9 Prozent. 15,0 Prozentpunkte dieses Wachstums entfielen auf die schweizerische und 21,9 Prozentpunkte auf die ausländische Bevölkerung.

«Bevölkerungswachstum erhöht die Nachfrage nach Wohnraum, was auch die Mietzinsentwicklung beeinflusst», so das BWO. Aber auch steigende Einkommen würden die Mietzinse nach oben treiben: Könnten Haushalte mehr für das Wohnen ausgeben, führe dies insbesondere bei ­einem knappen Angebot zu höheren Preisen. Dieser Einfluss auf die langfristige Mietentwicklung sei gemäss Analyse ähnlich gross wie derjenige des Bevölkerungswachstums.

Jede fünfte Wohnung ist Ersatz

Entscheidend ist laut dem BWO zudem, wie viel zusätzlicher Wohnraum geschaffen wird und ob das Wohnungsangebot mit der steigenden Nachfrage Schritt halten kann. «Im Jahr 2025 waren rund 18 Prozent der neu erstellten Wohnungen Ersatzneubauten, was den Nettozuwachs an Wohnraum schmälert», schreibt das Bundesamt.

Gleichzeitig werde Bauland knapper: In den untersuchten Regionen sei der Anteil unbebauter Bauzonen zwischen 2012 und 2022 von 9,9 auf 6,9 Prozent gesunken.

Die Analyse zeigt auch, dass ausländische Haushalte – das heisst, Haushalte, in denen niemand die Schweizer Staatsbürgerschaft hat – mobiler sind als schweizerische. Sie machen rund 21  Prozent aller Haushalte aus, aber 39 Prozent der umziehenden Haushalte.

Gleichzeitig beanspruchen sie bei gleicher Haushaltsgrösse rund ein Viertel weniger Wohnfläche pro Person als Schweizer Haushalte. Ihre durchschnittliche Haushaltsgrösse lag 2025 mit 2,08 Personen leicht unter derjenigen der übrigen Haushalte.

Ausländische Haushalte sind gemäss dem BWO stärker auf den Mietwohnungsmarkt angewiesen. «Ihre Wohneigentumsquote beträgt 12 Prozent, gegenüber 42 Prozent bei Schweizer Haushalten», heisst es im Communiqué. Weil sie häufiger umziehen und ihre Mietverträge im Durchschnitt weniger lang bestehen würden, profitierten sie weniger von vergleichsweise günstigen Mieten älterer Mietverhältnisse. Gemessen am Einkommen seien ihre Wohnkosten tendenziell höher.

Anzahl Baugesuche hat zugenommen

Für 2026 rechnet der Monitor weiterhin mit einem zu geringen Wachstum des Wohnungsbestandes. Die seit 2024 gestiegene Zahl an Baugesuchen und Baubewilligungen weist darauf hin, dass der Wohnungsbestand ab 2027 wieder stärker wachsen dürfte.

Laut BWO ist eine rasche Entspannung des Wohnungsmarktes jedoch nicht in Sicht. Bei bestehenden Mietverhältnissen würden die tiefen Zinsen und die geringe Inflation 2026 für weitgehend stabile Mieten sorgen. Bei neu vermieteten Wohnungen werde hingegen mit weiteren Mietsteigerungen gerechnet. (pd.)

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