Wetterbilanz: Sommer 2026 bricht fast alle Rekorde
Über 20 Jahre lang war der «Jahrhundertsommer» 2003 der Massstab für alles, was in diesem Land heiss ist. Der Sommer 2026 stellt ihn nun deutlich in den Schatten.
Mit einer landesweiten Mitteltemperatur von 17,2 Grad war er der wärmste seit Messbeginn 1864. Wie gross der Abstand ist, zeigt die Zahl der heissen Tage: Der «Tages-Anzeiger» hat die beiden Sommer verglichen und kommt für Zürich auf 11 Hitzetage mehr als 2003, für Bern sogar auf 17.
Auch in der Region wurden Rekorde gebrochen. In Kloten wurde es 38,3 Grad heiss. So hohe Temperaturen wurden dort noch nie gemessen. Kloten ist damit einer von 30 Orten, deren absoluter Höchstwert neu aus diesem Sommer stammt. Der heisseste Punkt der Schweiz lag am 30. Juli in Basel mit 39,7 Grad. Der Landesrekord blieb allerdings unangetastet: Die 41,5 Grad von Grono im Misox stammen bis heute aus dem Sommer 2003.
38 Nächte ohne Abkühlung
Entscheidend waren aber nicht die Spitzenwerte. «Bemerkenswert war nicht nur, wie heiss es wurde, sondern vor allem, wie lange die Hitze teilweise anhielt», sagte Meteorologe Peter Wick gegenüber «Züriunterland24». In Zürich stieg das Thermometer an 38 Tagen auf über 30 Grad, so oft wie noch nie. Auch die Nächte brachten kaum Abkühlung: In der Stadt Zürich gab es zwischen Juni und August 38 Nächte, in denen die Temperatur nie unter 20 Grad sank.
Wie MeteoSchweiz vorrechnet, lag 2003 3,2 Grad über dem damaligen Klimamittel, 2026 nur noch 1,6 Grad über dem heutigen. Der Grund ist nicht, dass dieser Sommer harmloser gewesen wäre, sondern dass sich das Mittel dazwischen um rund 2 Grad nach oben verschoben hat. Ein derart heisser Sommer sei heute nicht mehr gleich extrem wie vor 23 Jahren, schreibt das Bundesamt. (red.)