Roboter hilft Bülacher Kniechirurgen

Daniel Jaggi

Ein Roboter im Operationssaal – am Spital Bülach ist das bei Knieprothesen inzwischen Realität. Seit Mai unterstützt das «ROSA Knee System» die Orthopädinnen und Orthopäden bei den Ein­griffen. 20 Operationen wurden damit bereits durchgeführt.

Das System soll vor allem eines ermöglichen: eine möglichst präzise Positionierung der künstlichen Knieprothese. Denn kein Knie gleicht dem anderen. Vor der Operation werden anhand von Röntgenbildern Informationen über die individuelle Anatomie erfasst. Während des Eingriffs messen eine Kamera und Sensoren laufend die Position und Bewegung des Knies. Die Daten werden dem Operationsteam in Echtzeit angezeigt.

Der Roboter entscheidet nicht

So kann die Planung während der Operation überprüft und an die tatsächlichen Gegebenheiten angepasst werden. Ein ­robotergestützter Führungsarm unterstützt die Ärztinnen und Ärzte anschliessend bei der präzisen Umsetzung. Auch nach dem Einsetzen der Prothese kann deren Funktion überprüft werden. Trotz der technischen Unterstützung: Operiert wird weiterhin von der Fachärztin oder dem Facharzt. Das System arbeitet nicht selbstständig und trifft keine medizinischen Entscheidungen. Die Verantwortung für die Operation bleibt beim behandelnden Team.

«Kein Knie ist genau gleich», sagt Taro Beisler, Chefarzt Orthopädie an der Klinik für den Bewegungsapparat. Das System ermögliche es, die individuelle Anatomie während der Operation noch genauer zu berücksichtigen. «Die Technologie ersetzt dabei nicht unsere chirurgische Erfahrung, sondern ergänzt sie», so Beisler.

In der Schweiz werden jährlich mehr als 16 000 Knieprothesen eingesetzt. Studien zur robotergestützten Kniechirurgie weisen darauf hin, dass die Technologie neben einer präziseren Positionierung des Implantats auch Vorteile in der frühen Erholungsphase haben könnte. Dazu gehören unter anderem weniger Schmerzen nach der Operation und ein geringerer Bedarf an Schmerzmitteln.

Weltweit sind gemäss Mitteilung des  Spitals Bülach inzwischen mehr als 1300 «ROSA»-Systeme im Einsatz. Mit der neuen Technologie erweitert das Spital seine Möglichkeiten bei Knieprothesenoperationen.