Flughafen Zürich: Automatisierte Shuttlebusse neu ohne Sicherheitsperson
Seit Anfang September fahren am Flughafen Zürich zwei Shuttlebusse vollständig automatisiert und ohne Sicherheitsperson im Bus. Die Überwachung erfolgt über eine Leitstelle.
Seit März 2025 arbeitet die Flughafen Zürich AG in Zusammenarbeit mit dem Technologiepartner WeRide daran, automatisiertes Fahren auf dem Flughafengelände zu ermöglichen – als einer der ersten Flughäfen in Europa. Umfassende Regulatorien, Sicherheitsvorgaben und technische Gegebenheiten erfordern ein abgestuftes Vorgehen für den Einsatz solcher Fahrzeuge. Der nun erfolgte Schritt zum Betrieb ohne Sicherheitsperson an Bord und mit Überwachung aus einer zentralen Leitstelle entspricht der angestrebten Automatisierungsstufe Level 4.
Remote Cockpit überwacht
Die im Pilotprojekt eingesetzten Fahrzeuge dienen als Mitarbeitershuttles und verkehren auf einer definierten Strecke. Flugzeug-Rollwege werden dabei nicht gekreuzt. Die Fahrzeuge bewältigen die Fahrt selbstständig. Mitarbeitende der Partnerfirmen Swissport und Krummen Kerzers im Remote Cockpit überwachen sie und können bei Bedarf unterstützend eingreifen. Die bisherigen Sicherheitsfahrer wurden für diese neue Aufgabe ausgebildet und begleiten den Betrieb künftig aus der Ferne.
«Automatisiertes Fahren bedeutet nicht, dass Menschen verschwinden. Aber die Aufgaben verändern sich», wird Raphael Glaesener, Senior Innovation Manager der Flughafen Zürich AG, in einer Mitteilung des Flughafens zitiert. «Der Betrieb wird ausserdem effizienter, weil eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter in Zukunft mehrere Busse überwachen kann.»
Sicher und schrittweise
In den vergangenen anderthalb Jahren haben die beiden Busse mehr als 15 000 Kilometer zurückgelegt. Es wurden Sicherheitsprozesse entwickelt sowie technische und operative Abläufe intensiv geprüft. Beim Start jeder neuen Projektetappe erfolgte eine Testphase ohne Fahrgäste, bevor die Mitarbeitenden den Shuttle nutzen durften.
«Sicherheit war und ist jederzeit unsere oberste Priorität. Deshalb werden die ersten Fahrten auch auf Level 4 zuerst wieder ohne Fahrgäste durchgeführt», so Raphael Glaesener weiter. «Wir gehen aber davon aus, dass nach rund vier Wochen Testbetrieb die Mitarbeitenden den nun vollständig automatisierten Shuttle nutzen dürfen.»
Der Betrieb der Shuttlebusse ist bis Ende 2026 geplant. Eine Fortführung des Innovationsprojekts wird derzeit geprüft. Unabhängig davon bilden die Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt die Basis für die zukünftige Nutzung weiterer automatisierter Fahrzeuge. (pd.)