Der EHC Kloten kämpft um den Klassenerhalt

Richard Stoffel

Nach drei Spielen ohne Punktgewinn und sieben Niederlagen aus den letzten acht Partien ist es faktisch nicht mehr schönzureden: Der EHC Kloten befindet sich mitten im Kampf um den Klassenerhalt.

Als Tabellenzwölfter ist der Vorsprung auf den ersten Playout-Rang (13. Ambri-Piotta) auf einen Punkt zusammengeschrumpft. Der letzte Playin-Rang (10. SCL Tigers) liegt acht Runden vor Ende der Qualifikation bereits elf Punkte entfernt. Die Ränge 11 und 12 bedeuten den direkten Klassenerhalt ohne Saisonfortsetzung, Rang 10 ist die eigentliche Saisonzielsetzung der Zürcher Unterländer. Doch der Kampf um die Vermeidung des Playouts gegen Angstgegner Ajoie ist für Kloten längst in vollem Gang.

«Und wieder war es der gleiche Film», konstatierte Klotens Trainer Lauri Marjamäki nach Spielende. Trotz eines kämpferisch wie spielerisch überzeugenden und phasenweise dominanten Auftritts ging am Dienstag auch das vierte und letzte Qualifikationsderby der Saison an die ZSC Lions (2:4). Drei eiskalte Kontertore nach vorangegangenen Klotener Torchancen sorgten für den Sieg der Gäste.

Eiskalter Konter

Als beim Stand von 2:2 Bernd Wolfs Abschluss abgefangen wurde, lancierten die Lions einen blitzschnellen Konter, den Jesper Fröden erfolgreich zum Sieg abschloss. 59,6 Sekunden vor dem Ende nahm Klotens Trainer Lauri Marjamäki ein Timeout und anschliessend den Torhüter vom Eis. Schliesslich gelang Sven Andrighetto noch sein zweites Tor der Partie mit einem Empty Netter.

Bereits zuvor hatte Nationalstürmer Sven Andrighetto die Gäste mit einem eiskalten Konter in Führung gebracht. Mit ­einem Kunstschuss über die Schulter von Klotens Keeper Ludovic Waeber (13.) traf er zum 1:0. Unmittelbar davor hatte Rafael Meier für Kloten nur den Pfosten getroffen. Dasselbe Schicksal ereilte später Axel Simic, der am Spieltag seinen 27. Geburtstag feierte, mit einem Direktschuss in der Schlussphase des Mitteldrittels. Mitten in diese starke Druckphase der Flughafenstädter folgte die nächste kalte Dusche: Der ehemalige Kloten-Junior Kimo Gruber (20) erhöhte mit seinem vierten Saisontreffer auf 2:0. Hoffnung keimte erst wieder auf, als Dario Meyer mit einem weiteren Kunstschuss seinen 14. Saisontreffer erzielte. Der Nummer-1-Goalgetter der Zürcher Unterländer ragte auch sonst mit seiner Agilität einmal mehr aus dem Klotener Ensemble heraus. Mischa Ramel sorgte anschliessend mit einem verzögerten Abschluss und seinem sechsten Saisontreffer – seinem zweiten im Powerplay – für den viel bejubelten 2:2-Ausgleich. Kloten drückte weiter, verlor aber dennoch. Alle vier Saisonderbys der Qualifikation hatte Kloten seit dem Wiederaufstieg 2022 noch nie verloren – das ist nun eine Negativ-Premiere. Und eine bittere für Kloten. Gerade auch für einen unermüdlich fightenden Rollenspieler wie Keijo Weibel. Er selbst hätte im Startdrittel beinahe sein viertes Saisontor erzielt, scheiterte jedoch an ZSC-Keeper Simon Hrubec. «Als wir so spät noch den Ausgleich erzielten, wollten wir nicht dreinlaufen beim eigenen Angriff und doch bringen wir es fertig. Das war ärgerlich. Das ist nicht das erste Spiel in dieser Saison, das wir so aus der Hand gaben. Deshalb sollten wir es eigentlich besser wissen», sagte Weibel gegenüber dem «Klotener Anzeiger».

Kein Blick auf die Rangliste

«Wenn wir generell mal einmal ein Tor vorlegen könnten (gegen die Lions war dies in keinem Saisonduell der Fall – Red.), würde uns dies sicher guttun», denkt Weibel. Er hat das Gefühl, dass das Team in vielen Spielen Gegentore zu Spielzeitpunkten kassiert, in denen es selbst ­eigentlich treffen müsste. Es habe auch immer wieder viele Situationen gegeben, in denen zahlreiche Spieler vor das gegnerische Tor gebracht worden seien – was grundsätzlich positiv zu beurteilen sei. «Und wir hatten ja viel Gutes im Spiel gegen die ZSC Lions und wir müssen auch das Positive sehen. Aber gleichzeitig auch feststellen, dass wir diese Turnovers nicht mehr zulassen dürfen.» Weibel fordert aus den Spielen am Freitag in Freiburg und am Sonntag daheim gegen Biel sechs Punkte für Kloten. Dafür müsse das Team die Drittel besser beginnen und besser beenden.

Generell wolle man jedoch nicht auf die Rangliste schauen. «Es bringt nichts, herumzuhoffen, wo wir landen könnten.  Wir haben sehr viel Potenzial, dass es gut kommt», sagt Keijo Weibel und fügt an: «Unser Mindset bleibt positiv.»