127 000 Verletzte durch Stürze zu Hause

Jeder achte Nichtberufsunfall in der Schweiz ist ein Sturz zu Hause. Herumliegende Gegenstände, schlechte Beleuchtung oderrutschige Böden erhöhendas Sturzrisiko. Viele dieser Unfälle liessen sich durch einfache Massnahmen vermeiden.

Stürze sind der mit Abstand häufigste ­Unfallhergang in der Schweiz. Jeder achte Nichtberufsunfall ist auf einen Sturz daheim zurückzuführen. Dadurch verletzen sich jedes Jahr 127 000 Personen. Wie die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) mitteilt, verursachen diese Stürze teilweise schwere Verletzungen mit langwierigen Heilungsprozessen. Die Opfer würden mindestens einen Teil ihrer Selbstständigkeit verlieren und Erwerbstätige bei der Arbeit ausfallen. «Unter dem Strich resultieren enorme materielle Kosten», schreibt die BFU.

Gefahren richtig erkennen

Gerade zu Hause lassen sich viele Stürze vermeiden. Stolperfallen, schlechte Beleuchtung, fehlende Handläufe bei Treppen sowie rutschige Böden und Badewannen – überall können Gefahren lauern, die das Sturzrisiko erhöhen. Diese gilt es konsequent zu entschärfen. Doch dazu müssen sie erkannt werden.

Die BFU hat deshalb zusammen mit den Fachverbänden Physioswiss, Rheumaliga Schweiz, Spitex Schweiz, Pro Senectute und dem Ergotherapie-Verband Schweiz eine Online-Checkliste entwickelt. Damit lassen sich Wohnungen und Einfamilienhäuser mit all ihren Zimmern, Treppen und Zugängen überprüfen. Die Checkliste führt von Raum zu Raum, zeigt durch gezielte Fragen mögliche Gefahren auf und gibt direkt Empfehlungen. So weist sie z. B. darauf hin, in der Dusche Antirutsch-Streifen oder im Eingangsbereich unter dem Teppich einen Gleitschutz anzubringen.

Die Online-Checkliste wurde laut Mitteilung für Gesundheitsfachpersonen wie Spitex-Mitarbeitende entwickelt. «Dank der intuitiven Bedienung können aber alle mit einem Laptop oder Smartphone Wohnräume auf mögliche Sturzgefahren überprüfen», schreibt die BFU.

Fachpersonen helfen, Empfehlungen und Massnahmen richtig umzusetzen. Zudem ermöglicht das Tool den Profis, die Wohnungen und Häuser älterer Menschen viel einfacher zu überprüfen als mit den bisherigen, analogen Mitteln – damit das Sturzrisiko noch effizienter gesenkt werden kann.

Neben baulichen Massnahmen schützt auch Training vor Stürzen, denn mit den Jahren nehmen Muskelmasse und Gleichgewichtsfähigkeit ab. Auf der Website ­sichergehen.ch zeigt die BFU mit den genannten Fachorganisationen, wie einfach sturzpräventives Training sein kann. (pd.)

Zur Checkliste Wohnraumabklärung für Gesundheitsfachpersonen: https://check.bfu.ch/de