Wo Jung und Alt miteinander spielen
Vergangene Woche hat sich Opfikon zum sechsten Mal in eine bespielbare Stadt verwandelt. An sechs Posten drehte sich alles ums «bewegte Spielen» – vom Velorennen bis zum Minigolf.
Die Kinder stehen Schlange im Rollpark. Eines nach dem anderen flitzt die Rampe hinunter, nimmt die scharfe Kurve, und die Zeit läuft. Bei den Velo-Challenges messen sich Kinder und Jugendliche gegeneinander: Wer kommt am schnellsten die Schanzen entlang? Die Challenges sind einer von sechs Posten des Spielfestivals, das in den Herbstferien von Mittwoch bis Freitag jeweils von 14 bis 17 Uhr an verschiedenen Orten in der Stadt stattfand.
Quartierfest wird verschoben
Das Motto lautete dieses Jahr «Bewegtes Spielen». «Die Idee ist, während der ersten Herbstferienwoche Teile der Stadt bespielbar zu machen», sagt Jennifer Tan, Beauftragte für Quartier- und Freiwilligenarbeit. Passend zum Motto war daher Tischtennis, denn die Stadt verfügt über rund ein Dutzend öffentlicher Tische. Auf dem Flyer konnten die Besuchenden an den Posten Stempel sammeln. Wer mindestens fünf beisammen hatte, darf sich am Quartierfest ein Gratisgetränk abholen.
Das Fest hätte am Samstag im Rollpark stattfinden sollen. Wegen der Wetterprognose, die den ganzen Tag Regen vorhersagte, wurde es vorab abgesagt. Es wird im Frühling nachgeholt, die Stempel bleiben bis dahin gültig.
Bewegung fürs Gehirn
Statt acht gab es dieses Jahr nur noch sechs Posten. «Wir haben gemerkt, dass es etwas zu viel ist», erklärt Tan. «Die Leute konnten nicht so gut rotieren und alles ausprobieren.»
Am Roten Platz an der Schaffhauserstrasse stand Schach auf dem Programm. Neben drei Tischen mit Schachbrettern lud ein aufgemaltes Spielfeld am Boden mit Spielfiguren zur Partie ein. Jung und Alt spielten mit- oder gegeneinander.
Die Idee kam aus der Bevölkerung. Kinder und Eltern hätten Schach immer wieder vorgeschlagen, sagt Tan. Zwar sei es keine körperliche Bewegung, dafür aber eine fürs Gehirn. Ganz niederschwellig sei das Spiel nicht. Dank Mitgliedern vom Schachklub, die ihr Wissen teilten, konnten auch Anfänger ihre ersten Züge wagen und die Regeln kennenlernen.
Minigolf mit Unihockeyschlägern
Beim Spielraum Ara Glatt baute die Familienarbeit Opfikon einen Minigolf-Parcours auf. «Wir haben mit Material gearbeitet, das bereits auf dem Spielplatz vorhanden ist», erzählt Jeannette Sestito. Deshalb gibt es neben Minigolfschlägern auch Unihockeyschläger.
Mit dem selbst gebastelten Minigolf-Parcours hat die Familienarbeit etwas aufgebaut, das auch in Zukunft ein Comeback haben kann. Denn das Angebot kam gut an: Manche kamen mehrmals und spielten jedes Loch. «Nicht nur Kinder, sondern auch Eltern», so Sestito. «Es verbindet die Generationen.»
An den Pingpongtischen im Glattpark organisierte die Jugendarbeit eine «Battle», ein Turnier. Mal kamen mehr, mal weniger Leute, erzählt Sascha Cattaneo, «das können wir nicht steuern». Gekommen waren vor allem Jugendliche, die den Jugendtreff bereits kennen.
Wer es ruhiger mochte, schloss sich dem kreativen Spaziergang «Rund um den Pingpongtisch» an. Unter der Leitung von Agustina Atrio zog eine Gruppe von Tisch zu Tisch und schärfte unterwegs den Blick für die Umgebung.
Auf dem Weg zum nächsten Tisch wählte jede und jeder eine Farbe und schrieb auf, was alles in dieser Farbe zu sehen war. Am Tisch wurde notiert, kurz gespielt, und dann folgte die nächste Aufgabe. Mit geschärften Sinnen ging es auch bei der Stadtbibliothek zu und her, die das Spielfestival mit einer Schnitzeljagd ergänzte.
Für alle Generationen
Ziel war dieses Jahr, nicht nur Kinder, sondern auch Eltern und Grosseltern zu erreichen. «Mit dem Minigolf und Tischtennis ist uns das sicher gelungen», sagt Tan, «und auch Schach ist etwas, bei dem alle Spass haben können.»
Eine Fortsetzung ist gesetzt: «Wir werden das Spielfestival garantiert wiederholen.» Was genau angeboten wird, steht noch nicht fest. Vereine und Privatpersonen können sich jederzeit bei der Quartierarbeit melden, wenn sie etwas beisteuern möchten. «Wir sind immer offen für Ideen», so Tan.
Jennifer Tan, Tel. 044 829 82 52, jennifer.tan@opfikon.ch: www.opfikon.ch/departemente/1200
Ein aufgemaltes Schachbrett, und schon kann es losgehen: Schach ohne Altersgrenzen auf dem roten Platz mitten in Glattbrugg. Bilder Dennis Baumann
In Opfikon – hier im Opfikerpark – steht rund ein Dutzend frei zugängliche Pingpongtische.
Mit Fantasie und den Dingen, die halt so herumstehen und -liegen, sind im Spielraum ara Glatt eigene Minigolfbahnen entstanden.
Im Rollpark an der Schulstrasse wurden Rennen gefahren.