Opfikon will keine neuen Parkplatzregeln

Roger Suter

Das Gebiet Airport City erhält definitiv keine eigene Parkplatz­verordnung: Das Stimmvolk hat sie deutlich abgelehnt.

Die Opfiker Stimmbevölkerung will kein neues, strengeres Parkplatzregime für das Gebiet Airport City: 61,7 Prozent legten ein Nein zu entsprechenden Plänen der Stadt ein.

In den nächsten Jahren soll im Zuge der Revision der kommunalen Bau- und Zonenordnung auch das Thema Parkieren behandelt werden. Der Stadtrat wollte für das Planungsgebiet «Airport City», das von Rümlang bis nach Kloten reicht, jetzt schon eigenständige Parkierungsvorschriften erlassen. Diese ­sahen bei Neubauten und Umnutzungen weniger Parkplätze vor, da das Gebiet mit der Glattalbahn gut erschlossen ist. Die Stadt argumentierte, damit den Verkehr zügeln zu wollen.

Die Gegner – FDP, SVP sowie der Quartierverein Glattbrugg – kritisierten einerseits den Abbau von Parkplätzen und andererseits, dass dadurch auch Mietpreise für diese sowie fürs Wohnen ganz allgemein steigen würden und dass Menschen, die aufs Auto angewiesen sind, ­benachteiligt würden. Die Abstimmung war schon im Gemeinderat mit 16 Ja zu 15 Nein denkbar knapp ausgegangen. Die Bürgerlichen hatten noch an der Sitzung das Referendum ergriffen, weshalb es nun zur Volksabstimmung kam. Die Stimmbeteiligung lag bei 21,6 Prozent.

Nicht so deutlich erwartet

Richi Muffler, Präsident des Quartiervereins Glattbrugg, Bewohner und Vermieter im betroffenen Dreispitz-Quartier und neben den bürgerlichen Parteien treibende Kraft des Referendums, ist zufrieden mit dem Resultat. «Ich hätte es aber nicht in dieser Deutlichkeit erwartet», sagt der frühere SVP-Präsident und -Gemeinderat gegenüber dem «Stadt-Anzeiger». Er sei zudem enttäuscht, dass der Stadtrat und die von ihm geführte Verwaltungsabteilung weiterhin Dinge behaupteten, die nicht stimmten – etwa, dass der Abbau von Parkplätzen geeignet oder gar nötig sei, um den Verkehr zu reduzieren. «Stau gibt es während der Stosszeiten morgens und abends, das hat nichts mit privaten Parkplätzen zu tun.» Auch die auffälligen Plakate der Befürworter hätten Unwahres verbreitet: «Parkplätze müssen nach wie vor unterirdisch erstellt werden, es gibt also keine versiegelten Parkflächen.»

Muffler will sich auch in Zukunft gegen den Parkplatzabbau in seinem Quartier wehren, zusammen mit den Grundbesitzern. «Davon war nur eine kleine Gruppe überhaupt involviert, schlecht informiert und daher handzahm und gefügig», findet er. Sollte der Stadtrat mit einer neuen, ähnlich restriktiven Vorlage aufwarten, will Muffler bis vors Bundesgericht gehen.

Er selber möchte zusammen mit anderen hier nun vermehrt Familienwohnungen bauen, die ihm trotz tieferer Rendite sympathischer seien.

Der Stadtrat hat bis zum wegen Auffahrt vorgezogenen Redaktionsschluss noch nicht Stellung genommen.