Mehr Miteinander tut not
Was fehlt Opfikon, damit es eine (noch) bessere Stadt wird? Das und mehr wollte der «Stadt-Anzeiger» von den sieben Kandidierenden für die sechs Stadtratssitze wissen.
Yuri Fierz, neuer Kandidat der SP für ein Amt im Stadtrat, sieht Wohnraum, Verkehr und Zusammenleben als wichtige Themen: «Wie wollen wir den vorhandenen und den neuen Wohnraum gestalten? Wie sollen sich der öffentliche Verkehr und der Individualverkehr entwickeln? Wie schaffen wir es, dass die drei Quartiere Opfikons – der alte Dorfkern, Glattbrugg und der Glattpark – zusammenwachsen und sich nicht auseinanderleben? Welche Weichen müssen wir jetzt stellen, damit Opfikon weiter eine emanzipierte Stadt bleibt und nicht irgendein Vorort von Zürich wird? Für diese Fragen müssen wir Lösungen finden.»
Heidi Kläusler-Gysin, amtierende Stadträtin der EVP, wünscht sich etwas mehr Gemeinsinn: «Opfikon ist meine Wahlheimat, nach 32 Jahren meine Lieblingsstadt geworden. Ich lebe hier recht glücklich, sicher und zufrieden mit meiner Familie. Ich wünsche mir, dass wir mehr aufeinander zugehen, unsere Nachbarschaften aktiv gestalten und uns gegenseitig unterstützen – sei es beim Babysitten oder beim Einkaufen.»
Bestehendes erneuern und auch nutzen
Jörg Mäder, Stadtrat NIO@GLP, möchte etwas Bestehendes erneuern: «Fehlen ist nicht ganz korrekt, aber unser Gibeleich kommt in die Jahre, und der älteste Trakt ist definitiv nicht mehr zeitgemäss. Es braucht daher einen Ersatzbau, der für unsere Seniorinnen und Senioren gute Pflege und gute Betreuung bietet, den Angestellten ein Arbeitsplatz, der sie motiviert, und der Stadt eine Institution, auf die sie stolz ist.»
Bruno Maurer, Stadtrat der SVP, möchte die Identifikation mit dem Ort fördern. Ihm fehlen «Einwohnerinnen und Einwohner sowie Firmen, die sich stark mit Opfikon identifizieren. Wir können noch so schöne Räume, Einkaufs- und Verpflegungsmöglichkeiten planen und bauen lassen – wenn diese nicht genutzt werden, ist das sehr schade. Der ‹Fil bleu› (Aufwertung der Glatt) hat ein grosses Potenzial, wie er im Abschnitt Stadtpark schon erlebbar ist.»
Aktives Miteinander und ein richtiges Zentrum
Auch Ciri Pante, Stadtrat der FDP, hofft auf mehr Beteiligung: «Ich wünsche mir, dass die Bevölkerung aus allen Stadtteilen etwas mehr an den Veranstaltungen teilnimmt. Dass sich unsere Einwohner aktiver an den Wahlen und den Abstimmungen beteiligen. Mein grösster Wunsch wäre ein richtiges Zentrum, in dem man sich trifft. Das bleibt aber mein Wunschgedanke, da die verschiedenen Quartiere zu weit auseinanderliegen.»
Stadtpräsident Roman Schmid (SVP) zitiert aus der Statistik seiner öffentlichen Sprechstunde: «Littering im öffentlichen Raum vermindern; Naherholungsgebiete nicht überfordern; Gewerbevielfalt in den Zentrumszonen sichern.» Die Vereinsinfrastruktur sei gut bis sehr gut: «Nur eine moderne Mehrzweckhalle mit modernen Räumen ist wünschenswert.»
Auch Mathias Zika, der zweite FDP-Stadtrat, wünscht sich «ein aktiveres Miteinander in einem einheitlichen Opfikon, ohne Trennung der Quartiere. Ein ausgewogenes Zusammenspiel von Wohnen, Arbeiten und Freizeit. Dazu gehören solide Finanzen, eine gute Infrastruktur und eine Politik, die langfristig denkt statt kurzfristig reagiert.»