Ein Naturgarten für Opfikon
Im Rahmen des «Festivals der Natur» öffneten Stefan und Ester Barle am 22. und 23. Mai die Türen ihres naturnah gestalteten Gartens auf der Mässjurten in Opfikon.
Gegenüber der Klotenerstrasse 7, auf gepachtetem Gemeindeland, befindet sich ein ganz besonderer Garten. Einst wurde er von der 2025 verstorbenen Naturliebhaberin Margrit Tantanini gepflegt. Sie hat sich während vieler Jahre für Nachhaltigkeit und Naturförderung in der Gemeinde engagiert. Stefan und Ester Barle führten dieses Anliegen nun weiter und entwickelten den rund 200 Quadratmeter grossen Garten zu einem wertvollen Biotop für Insekten, Vögel, Reptilien und Amphibien. Vergangenen Samstag erhielten Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, einen vielfältigen Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu entdecken und mehr über ökologische Gartengestaltung, Biodiversität und nachhaltige Nutzung zu erfahren.
Rundgang durch den Garten
Im Zentrum des Anlasses stand ein geführter Rundgang durch verschiedene Bereiche des Gartens. Bereits bei der Begrüssung erfuhren die Gäste mehr über die Entstehung des Familienprojekts, die Nutzung des Pachtlandes und die Ziele des Naturgartens. Die erste Station widmete sich der Pflanzenvielfalt und dem Nahrungsangebot für Tiere. In einem artenreichen Beet mit über 90 Pflanzenarten in ihrer Wildform wurde gezeigt[RS1.1], wie wichtig heimische Wildpflanzen, Wirtspflanzen für Schmetterlinge und ein gestaffelter Blühverlauf über das ganze Jahr hinweg sind.
Anschliessend führte der Rundgang zu Totholz- und Steinstrukturen, die zahlreichen Tierarten als Rückzugs- und Lebensraum dienten. Dabei wurde erklärt, weshalb Holzbienen, Käfer oder auch Eidechsen auf solche natürlichen Strukturen angewiesen sind. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der sogenannten «Eidechsenburg» sowie dem kleinen «Teich Land». Diese Bereiche würden Lebensraum für Reptilien und Amphibien bieten, so Stefan Barle. Ausserdem zeigte dieser Teil des Gartens auch, wie bereits auf kleiner Fläche vielfältige ökologische Nischen geschaffen werden können. Bei den Nisthilfen und Rückzugsorten erhielten Besucherinnen und Besucher Einblicke in unterschiedliche Möglichkeiten zur Förderung von Wildbienen und Vögeln. Neben klassischen Vogelhäuschen spielten dabei auch bewusst «wilde» Gartenecken eine wichtige Rolle.
Nachhaltigkeit als zentrales Thema
Auch Nachhaltigkeit beim Bauen war Thema des Rundgangs. An mehreren Beispielen zeigten Stefan und Ester Barle, wie sie gebrauchte und recycelte Materialien in die Gartengestaltung integriert hatten. Fast sämtliche Elemente des Gartens waren aus Secondhand-Materialien oder umfunktionierten Bauteilen entstanden. «Fast alles Material ist wiederverwendet», so der Nachhaltigkeitsexperte.
Zum Abschluss des Rundgangs konnten Gäste Samen verschiedener Pflanzen mit nach Hause nehmen, darunter Baumspinat, Natternkopf oder Königskerze. Beschriftete Samentütchen und kurze Anleitungen sollten dazu ermutigen, auch im eigenen Garten oder auf dem Balkon kleine Beiträge zur Biodiversität zu leisten. Der Anlass richtete sich an alle, die sich für naturnahe Lebensräume interessierten oder Inspiration für eigene Projekte suchten. Neben der Besichtigung stand insbesondere der persönliche Austausch im Mittelpunkt. Die Veranstalter gaben praktische Tipps zur Pflege eines Naturgartens und zeigten, wie bereits mit einfachen Mitteln wertvolle Lebensräume entstehen können.
Garten auf der Mässjurten, gegenüber der Klotenerstrasse 7; www.instagram.com/egg_garten