Ein Badespass nicht nur für Hunde

Karin Steiner

Rund 800 Hunde und noch viel mehr Menschen vergnügten sich am Sonntag im Freizeitbad Opfikon beim traditionellen Hundeschwimmen. Der Anlass, der jeweils zum Saisonende stattfindet, lockt Gäste aus dem In- und Ausland an.

Der Rhodesian-Ridgeback-Rüde Rocco will partout nicht nach Hause gehen. Sein Besitzer Nico versucht ihn mit allen Mitteln zu locken. «Wir sind seit knapp vier Stunden hier», sagt er. «Rocco kann nicht genug kriegen. Ich finde diesen Anlass auch super, aber genug ist genug!»

Anders sieht es bei dem Labradormischling Kenzo aus, der auch nach Stunden noch trocken ist und wenig begeistert am Rand des Beckens steht. «Er ist sehr wasserscheu», erzählen seine Besitzer. «Wir haben gehofft, dass die anderen Hunde ihn motivieren, den ersten Schritt ins Wasser zu wagen. Aber es ist hoffnungslos.»

Eine lieb gewordene Tradition

Die Mehrheit der Hunde genoss es jedoch, sich bei dem warmen Wetter auf die eine oder andere Art  im Wasser abzukühlen. Während die einen vom Sprungbrett aus dem Ball hinterherjagten oder sich auf der Rutschbahn hinuntergleiten liessen, begnügten sich andere damit, die Pfoten im Kleinkinderbecken zu kühlen.

Was vor sechs Jahren mit einem kleinen, aber feinen Anlass mit gegen 200 Hunden begann, muss schon längst nicht mehr beworben werden. Das Hundeschwimmen ist weit über die Stadtgrenzen bekannt geworden. Peter Grünig zum Beispiel aus Lenzburg ist mit Hovawarthündin Barea schon zum fünften Mal dabei. «Wir haben inzwischen in Lenzburg auch ein Hundeschwimmen in der Badi, aber es ist in viel bescheidenerem Rahmen», sagt er.

«Dieses Jahr hatten wir sogar Gäste aus dem Fürstentum Liechtenstein, Deutschland und Österreich», erzählt Peter Pfluger, Betriebsleiter des Freizeitbads Opfikon.  Dass erstmals vier Franken Eintritt pro Hund bezahlt werden mussten, nahmen die Leute ohne Murren hin. «Das ist ein Zustupf in die Kasse, aber hauptsächlich verdienen wir an diesem Tag mit dem Restaurantbetrieb.» Die Besucherzahlen bewegten sich wie letztes Jahr bei rund 800 Hunden. «Trotz diesem grossen Auflauf verlief alles friedlich und reibungslos», zieht Peter Pfluger Bilanz. «Der Anlass war der Höhepunkt einer hervorragenden Saison. Wir mussten keinen einzigen Tag schliessen und haben Rekordzahlen geschrieben.»

Damit das Wasser chlorfrei ist und den Hunden nicht schadet, wenn sie davon trinken, stellt Peter Pfluger jeweils die Chlorzufuhr Tage vorher ein. Hygienische Bedenken wegen der Hunde im Wasser braucht niemand zu haben: Am Montag, 28. September,  werden die 3000 Kubikmeter Wasser abgelassen. Danach folgt bis zum 16. Oktober die Revision und das gesamte Bad ist geschlossen.

Dass das Hundeschwimmen auch nächstes Jahr wieder stattfindet, ist für Peter Pfluger selbstverständlich. «Ich bekomme so viele positive Rückmeldungen  – die Leute wären sehr enttäuscht, wenn der Anlass ausfallen würde.»