Auch Opfikon hat ein bisschen Vögel gezählt
Am Wochenende haben trotz wechselhaftem Wetter rund 5000 Personen in der ganzen Schweiz mitgeholfen, die Vögel des Siedlungsraums zu zählen. Dabei haben sie insgesamt rund 136 000 Vögel entdeckt.
Die rekordhohe Beteiligung entspreche dem Trend der letzten Jahre, teilt Organisatorin Birdlife mit: Immer mehr Menschen beobachten und zählen Vögel, weil es Spass mache und Naturerlebnisse ermögliche. Insbesondere, wenn die Gärten mit einheimischen Pflanzen naturnah gestaltet sind und viele Vogelarten anlocken. Der jüngste Wintereinbruch hat zudem dafür gesorgt, dass die Tiere vermehrt den Siedlungsraum aufgesucht haben. Dies zeigen die Beobachtungen an der nationalen Zählaktion «Stunde der Wintervögel»: Arten wie die Wacholderdrossel oder der Buchfink, die ansonsten bevorzugt im Agrarland oder im Wald leben, wurden im Vergleich zu 2024 häufiger und insbesondere in grösseren Trupps gemeldet. Auch bei den Dohlen oder den Bergfinken – hübsche Gäste aus Nordeuropa – konnten grössere Gruppen gesichtet werden. Der Buntspecht, der im letzten Jahr in rund 20 Prozent der Gärten gesehen worden war, kam in diesem Jahr in fast jedem dritten Garten vor, aus dem Beobachtungen gemeldet wurden.
In Opfiker Gärten haben vier Teilnehmende insgesamt 180 Vögel aus durchschnittlich 10,5 Arten gezählt. Am häufigsten waren Stockenten (23 Tiere), Haussperlinge (20) und Rotmilane (17), gefolgt von Rabenkrähen (14), Elstern (13), Kohlmeisen (13), Feldsperlingen (12), Mäusebussarden (10), Blaumeisen (8), Amseln und Buchfinken (je 6), Rotkehlchen, Buntspechten, Türkentauben und Grünfinken (je 5), Kolkraben (4), Lachmöwen und Graureihern (je 3), Strassentauben (je 2) und jeweils einer Gebirgsstelze, einem Zaunkönig, Schwarzmilan, Wintergoldhähnchen, Gänsesäger und Teichhuhn.
Spezialisten fehlen zusehends
Der schweizweit am häufigsten gezählte Vogel des Wochenendes ist der Haussperling (22 721 Individuen), gefolgt von der Kohlmeise (13 671) und der Rabenkrähe (12 799). Dies entspricht den Erwartungen der Vogelexpertinnen. «Wir beobachten seit Jahren eine Konzentration auf wenige anspruchslose Arten», erklärt Raffael Ayé. «Lebensraum-Spezialisten hingegen werden immer seltener. Daher überraschen die Plätze eins bis drei nicht.» Meldungen von über 2700 Stieglitzen oder 316 Zaunkönigen, die Sämereien und naturnahe Strukturen wie etwa Asthaufen benötigen, zeigen jedoch, dass die naturnahe Gartenpflege bereits an einigen Orten praktiziert wird. Das sei auch nötig, denn die Roten Listen bedrohter Arten sind in der Schweiz proportional länger als in den Nachbarländern. (pd./rs.)