Wenn Elfen und Zwerge scannen
Im Spiel «Boss Fighters QR» vermischen sich analoge Spielkarten und eine digitale App. Das ist geschickt gemacht und bringt viel Abwechslung ins Spiel.
Wütend bäumt sich der Riesenfrosch noch einmal auf. Die Heldengruppe konnte dem Bossmonster zwar zusetzen, doch nun schlägt die Bestie umso heftiger um sich. Mit letzter Kraft versetzt ihm der Halbling einen Streich mit der Sternenklinge, während der elfische Druide versucht, den Zwerg mit einem Lichtschild zu schützen. Allen ist klar: Wenn sie die Kreatur jetzt nicht erledigen, sind sie verloren!
Solche epischen Momente erleben die Spieler im Spiel «Boss Fighters QR». Sie schlüpfen in die Rolle von Fantasy-Figuren und versuchen gemeinsam, die titelgebenden Bossmonster zu besiegen. Dabei setzt das Spiel auf einen innovativen und nahtlosen Mix aus analogem Spielmaterial und App.
Jeder Spieler erhält ein eigenes Set aus Karten mit Fern-, Nah- und Magie-Angriffen. Ausserdem können sie sich gegenseitig schützen oder Angriffe verstärken. Zu Beginn der Partie nimmt sich jeder seine ersten Karten aus dem Nachziehstapel auf die Hand.
Nun kommt die App ins Spiel. Auf ihr wählt man das Bossmonster für die Partie. Das Gerät liegt in der Mitte für alle sichtbar auf dem Tisch. Die App führt nun Runde für Runde durch den Kampf. Sie führt dabei nicht nur über die Lebenspunkte des Gegners Buch, sondern verteilt Angriffe und wartet ausserdem mit Überraschungen auf.Jede Runde beginnt damit, dass der Boss die Angriffe auf die Helden plant. Dabei zeigt die App an, was den einzelnen Spielern droht, wenn sie sich in der kommenden Aktionsphase nicht wehren können.
«Boss Fighters QR» schafft es hervorragend, Analoges mit einer App zu verbinden.»
Jetzt sind die Spieler am Zug: Reihum können sie dreimal eine Aktion ausführen, indem sie eine Karte ausspielen und über das Gerät halten. Die Kamera erkennt den QR-Code und führt die Aktion aus. Dabei sollten die Spieler sich absprechen: Denn zum Teil ist eine Angriffsart momentan besser geeignet als andere. Zumal reagiert das Monster teilweise auf die Aktionen – warum und wie man dies ausnutzen kann, muss die Gruppe herausfinden.
Nach allen Spieleraktionen greift nun das Monster an – die verbliebenen Schadenspunkte werden vom Lebenszähler der einzelnen Spieler abgezogen. Später kommen noch andere Überraschungen hinzu. Danach dürfen die Spieler ihre Kartenhand für die nächste Runde wieder auffüllen. Schaffen es die Helden, alle Lebenspunkte des Bosses zu beseitigen, gewinnen sie – und schalten den nächsten Boss und neue Karten und Regeln frei. Stirbt einer der Helden, verlieren alle.
Dr. Gamble meint: «Boss Fighters QR» schafft es hervorragend, Analoges mit einer Smartphone-App zu verbinden. Diese erlaubt Kniffe und Überraschungen, die ohne nur schwer möglich wären. Jeder Boss ist einzigartig und wartet mit neuen Herausforderungen auf. Und da ohne Absprache kaum ein Sieg möglich ist, entsteht ein tolles Wir-Gefühl. Ausserdem haben die Autoren die App geschickt dazu genutzt, mit einem Trainingskampf vor dem ersten Boss die Spieler schnell losspielen zu lassen. «Learning by doing» in Reinform. Da jeder Boss noch auf vier Schwierigkeitsstufen gespielt werden kann, lässt sich das Spiel gut an die Spielgruppe anpassen.
Dr. Gambles Urteil: 4,5/5
«Boss Fighters QR» von Michael Palm und Lukas Zach, Pegasus Spiele, 2–4 Spieler, ab 10 Jahren.