Weniger Wochenstunden und mehr Lohn
Der neue Gesamtarbeitsvertrag fürs Bodenpersonal der Swiss ist genehmigt Die Ground Crews der Swiss erhalten ab 2027 ein halbes Prozent mehr Lohn und arbeiten noch 40 statt 42 Stunden pro Woche. Ausserdem wird die Schichtarbeit besser abgegolten.
Das Bodenpersonal der Swiss hat dem neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) mit einer deutlichen Mehrheit zugestimmt. Er tritt per 1. Januar 2027 in Kraft, gilt für fünf Jahre und soll verlässliche und stabile Rahmenbedingungen an den nationalen Flughafenstandorten schaffen. Die Vereinbarung ist das Resultat intensiver und teils harter Verhandlungen zwischen der Airline-Führung und den Sozialpartnern SEV‑GATA, dem Kaufmännischen Verband Schweiz sowie dem VPOD Luftverkehr. Während die Unternehmensleitung betont, damit die Weichen für die langfristige Zukunftsfähigkeit zu stellen, feiern die Arbeitnehmervertretungen den Kompromiss als einen grossen Erfolg für die Belegschaft.
Aus Sicht von SWISS-CEO Jens Fehlinger ist das klare Votum ein starkes Zeichen des gegenseitigen Vertrauens. «Unsere Mitarbeitenden sind das Fundament unseres Erfolgs», hob Fehlinger nach der erfolgreichen Abstimmung hervor. Angesichts des intensiven Wettbewerbs in der Aviatik sorge der neue Vertrag für eine ausgewogene Balance zwischen verbesserten Anstellungsbedingungen und der nötigen wirtschaftlichen Flexibilität des Unternehmens. Der bisherige GAV stammte aus dem Jahr 2018 und war lediglich während der Coronapandemie verlängert worden, weshalb eine Anpassung an heutige Rahmenbedingungen dringend notwendig war.
Im Zentrum der Diskussionen standen vor allem die Arbeitszeiten. Hier setzten die Gewerkschaften eine zentrale Kernforderung durch: Die vertragliche Wochenarbeitszeit für das Bodenpersonal sinkt von bisher 42 auf künftig 40 Stunden. Aus Sicht der Arbeitnehmervertretungen ein absolut überfälliger Schritt, der angesichts der hohen Profitabilität der Airline eine gerechte Beteiligung der Basis am wirtschaftlichen Erfolg darstellt. Dennoch waren die Verhandlungen kein Selbstläufer, sondern forderten von beiden Seiten harte Kompromisse.
Zudem gab es Anpassungen im Lohn- und Zulagenbereich: Ab 2028 führt Swiss eine neue Samstagszulage von 7.50 Franken pro Stunde ein, während die bestehenden Sonntags-, Feiertags- und Nachtzulagen flächendeckend um 20 Prozent erhöht werden. Hinzu kommen eine garantierte Lohnerhöhung von mindestens 0,5 Prozent für das Jahr 2027 sowie eine generelle Anhebung der Lohntabelle im Minimum und Maximum um jeweils 200 Franken.
Trotz der harten Auseinandersetzungen im Vorfeld bringt der neue Gesamtarbeitsvertrag der Flughafenregion vor allem eines: langjährigen Arbeitsfrieden und sichere Perspektiven in einer unsicheren Branche. (red.)