Was man von den Kandidierenden weiss

Christian Tischhauser, Opfikon

Leserbrief zur Kolumne «Vom Wissen des Nichtwissens», «Stadt-Anzeiger» vom 29. Januar

 

Ich weiss jetzt nicht recht, ob die Veröffentlichung der treffenden Gedankensplitter zum Thema Wissen vom geschätzten Friedjung Jüttner im letzten «Stadt-Anzeiger» bewusst oder zufällig gewählt wurde. Denn in derselben Ausgabe durften sich alle Kandidatinnen und Kandidaten zu den nächsten Wahlen, sei es für den Stadt- oder für den Gemeinderat, sowie alle Behörden selbst vorstellen.

Jetzt weiss ich, wofür diese Damen und Herren einstehen und was sie bewirken wollen. Zugleich weiss ich, dass wohl niemand eine schlechte Schule, hohe Steuern, fehlende Gerechtigkeit, Ausgrenzung, Kriminalität, Unsicherheit oder Verwahrlosung will. Was ich jedoch nicht weiss ist, wie ehrlich und gewissenhaft die mir nicht persönlich bekannten bewerbenden Kandidatinnen und Kandidaten sind und mit welchen Mitteln sie sich für unser aller Wohl einsetzen und kämpfen wollen.

Ich habe mir tatsächlich die Mühe gemacht und alle Bewerbungen gelesen. Dabei heben sich bei mir zwei junge Damen mit kurzen, prägnanten und ehrlichen Aussagen besonders ab. Die eine ist eckig und freut sich auf persönliche E‑Mails, die andere beschreibt ihre kulturellen Erfahrungen und steht öffentlich zum Queersein.

Zurück zu Friedjung Jüttner: Nun wird mir bewusst, dass ich einiges über die Kandidatinnen und Kandidaten weiss oder zu wissen glaube. Jedoch immer vorausgesetzt, dass ich keinen falschen Aussagen und Meinungen der zu Wählenden aufgesessen bin – aber wer weiss das schon?

Was ich aber sicher weiss: Als Erstes bei jeder Ausgabe des «Stadt-Anzeigers» suche und lese ich die Gedankensplitter – herzlichen Dank an Friedjung Jüttner.

 Christian Tischhauser, Opfikon