Viele nasse Hände und tolle Atmosphäre
Spektakulärer Töff-Weltrekord in der «Todeskugel», eine gefährliche Armbrust-Show, viele gewagte Akrobatik-Darbietungen. Das diesjährige Programm des Zirkus Knie geht zurück zu den Wurzeln und sorgt für ordentlich nasse Hände.
Da sind zum Beispiel die Daredevils auf den Motorrädern in der «Todeskugel». Mit ungeheurem Tempo drehen bis zu neun mutige Fahrer und eine Fahrerin ihre Runden, kreuzen sich und wagen riskante Fahrmanöver. Da sind aber auch Nicol Nicols und Luftartistin Kimberly Zavetta, die in ihrer Armbrust-Show Pfeile nah am Partner vorbeizischen lassen. Ein kleiner Fehler und es gibt Verletzte. Oder da ist die chinesische Truppe Whuan Swing, die gewagte Flugkombinationen zeigt. Nervenkitzel pur also. Kein Wunder, ernten sie an der Premiere am Freitag Standing Ovations.
Das Publikum steht aber auch auf, als Maycol Knie junior seine sympathische Ponynummer zeigt. Die Pferde geniessen nach wie vor viel Sympathie, obwohl die Zahl der Tiere massiv verkleinert wurde, was der Show sogar guttut. Denn mit der riesigen Videowand statt eines Vorhanges, kombiniert mit Videoelementen in der Manege, wird das Chapiteau zu einem magischen Ort, an dem die Geigerin und die Saxofonistin für grosse Klangerlebnisse sorgen. Da lässt sich das Fehlen des traditionellen Zirkusorchesters sehr gut verschmerzen.
«Schmerzen» bereitet dagegen der Auftritt von Kaya Yanar, dessen Zeit abgelaufen ist, was er mit dem Verzicht auf Bühnenauftritte wohl selber eingesehen hat. Seinetwegen muss man nicht in den Knie, aber wegen der vielen anderen Darbietungen auf jeden Fall.
Der Zirkus Knie gastiert noch bis 7. Mai in Zürich. Tickets unter: www.knie.ch