Skyguide: Rekordverkehr und stabile Finanzen

Der Luftverkehr in der Schweiz erreichte 2025 einen neuen Höchstwert, mit mehr Flügen und gesteigerter Pünktlichkeit. Höhere Gebühren führten zu einem positiven Jahresergebnis und verschaffen Skyguide Zeit für strukturelle Verbesserungen.

Die Flugsicherung Skyguide führte 2025 1,346 Millionen Flüge nach Instrumen­tenflugregeln (IFR). Das sind 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Starts und Landungen nahmen zu und erreichten 487 515 Bewegungen (+1,7 Prozent). Bemerkenswert ist, dass der Verkehr stark schwankte, da viele Fluggesellschaften ihre Routen und Zeiten kurzfristig änderten: Nur rund 60 Prozent der Flüge hielten sich exakt an die ursprüngliche Planung. Das fordert die Flugsicherungen in ganz Europa. Um auf diese Volatilität zu reagieren, öffnet die Schweizer Flugsicherung bei Bedarf und nach Möglichkeit zusätzliche Luftraumsektoren, was die ohnehin knappen personellen Ressourcen zusätzlich beansprucht.

Trotz dieser anspruchsvollen Umstände sei es Skyguide 2025 gelungen, den Verkehr im ihr anvertrauten Luftraum ­sicher und mit steigender Pünktlichkeit zu führen: 96,3 Prozent aller Flüge hätten ihr Ziel innerhalb der definierten Zeitvorgaben erreicht, schreibt Skyguide in einer Mitteilung. Die flugsicherungsbedingte Verzögerung liege im Durchschnitt bei 37 Sekunden pro Flug – deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von mehr als zwei Minuten. Der Anteil der Flüge mit mehr als 15 Minuten Verspätung sei auf 1,42 Prozent gesunken. Der Löwenanteil der Verspätungen von 2025 sei auf das Wetter zurückzuführen und punktuell auf Kapazitätsengpässe. Skyguide erzielte 2025 einen konsolidierten Gewinn von 55,2 Millionen Franken, während sie im Vorjahr noch rote Zahlen geschrieben hatte (–18,9 Mio.). Ausschlaggebend seien insbesondere höhere Flugsicherungsgebühren: Skyguide erhöhte per Anfang 2025 die Tarife für Überflüge um 38 Prozent und Landungen um 24 Prozent. Damit bilde sie ihre tatsächlichen Kosten besser ab. Diese Gebührenerhöhung muss von der EU-Kommission noch abgesegnet werden.

Gleichzeitig investierte das Unternehmen 70 Millionen Franken in Betrieb und Technik. Zudem habe es 41 Millionen Franken des Covid-Darlehens an den Bund zurückgezahlt. Insgesamt habe Skyguide bisher 86 Millionen Franken des ­ursprünglichen Kredits von 250 Millionen Franken getilgt.

Nur vorübergehend stabil

Die finanzielle Lage stabilisiere sich damit vorübergehend. Die strukturellen Herausforderungen blieben jedoch bestehen. Steigende regulatorische Anforderungen, notwendige Investitionen in die Stabilisation der Systeme und höhere Personalkosten erhöhten den Druck. Skyguide überprüfe auch deshalb ihre Strukturen und Prozesse. Eine interne Taskforce soll zeigen, wo und wie Skyguide Abläufe vereinfachen, Verantwortlichkeiten klären und ihr finanzielles Fundament stärken könne. «Wir handeln zügig, aber nicht hektisch. Wir setzen klare Prioritäten und richten unsere Ressourcen konsequent auf unseren gesetzlichen Auftrag aus», wird Skyguide-CEO Peter Merz zitiert. In diesem Prozess stehe die Sicherheit an oberster Stelle. «Es geht aber auch darum, der Qualität unserer Dienstleistungen für unsere Partner, Kunden und deren Passagiere Sorge zu tragen und unsere wirtschaftliche Stabilität langfristig zu festigen.» (pd.)