Skyguide: Jede siebte Stelle fällt weg

Roger Suter

Mit dem Stellenabbau will die Flugsicherung die finan­zielle Stabilität sichern, um den sicheren Betrieb der Flugsicherung langfristig zu ge-währ­leisten. Denn ab 2030 droht ein strukturelles Defizit.

Spätestens seit der Coronapandemie und dem Ausfall Tausender Flüge und damit von Einnahmen steht Skyguide unter Kostendruck. Nun prüft die Schweizer Flugsicherung den Abbau von bis zu 220 Stellen bis Ende 2027. Die Massnahmen seien noch nicht im Detail festgelegt.

Betroffen wären Mitarbeitende in Dübendorf und Genf – allerdings keine Fluglotsinnen und -lotsen. Diese Fachleute sind in ganz Europa Mangelware.  Der Betrieb bleibe in diesem Prozess jederzeit gesichert, so Skyguide in der Mitteilung. «Sicherheit und Betriebskontinuität sind für die Schweizer Flugsicherung nicht verhandelbar.»

Der mögliche Abbau erfolgt in zwei Phasen. In einer ersten von September bis November 2026 könnten bis zu 90 Mitarbeitende betroffen sein. In ­einer zweiten Phase zwischen Mai und Juni 2027 könnten bis zu 130 weitere Stellen entfallen. Skyguide prüfe nun im Zuge des (obligatorischen) Konsultationsprozesses gemeinsam mit den Sozialpartnern und den Arbeitnehmervertretungen alle möglichen Massnahmen, um Entlassungen zu vermeiden oder zu reduzieren. Dazu gehörten weniger Neueinstellungen, Frühpensionierungen, interne Wechsel sowie ein geringerer Einsatz externer Mitarbeitender. Bis am 18. Juni 2026 können Mitarbeitende, Arbeitnehmervertretungen und Gewerkschaften Vorschläge einreichen. Anschliessend entscheidet das Unternehmen über das weitere Vorgehen.

Auch Chefetage wird reduziert

Ebenfalls verkleinert wird per Januar 2027 die Geschäftsleitung: Sie soll nur noch 5 statt 9 Mitglieder umfassen.

Als Grund für diese Massnahmen gibt Skyguide der wachsende wirtschaftliche Druck, steigende Personal- und Systemkosten, unsichere Einnahmen, europäische Effizienzziele und komplexe interne Strukturen an. Die Personalkosten lagen 2025 bei rund 382 Millionen Franken bei Gesamtausgaben von 576 Millionen Franken.

Skyguide will ihre Effizienz er­höhen, Komplexität abbauen und ihre Ressourcen stärker auf den Kernauftrag ausrichten: die sichere, effiziente und verlässliche Flugsicherung. In der Vergangenheit hatte sich Skyguide unter anderem für den «Einheitlichen Europäischen Luftraum» (Single European Sky, SES) engagiert.

Obwohl Skyguide 2025 einen Gewinn von gut 55 Millionen Franken auswies, lasten die Verluste der ­Vorjahre (2024:  knapp 19 Millionen) schwer. 2020 schoss der Bund 150 Mio. Franken Kapitalerhöhung ein, 2021 250 Mio. als Darlehen. Davon waren per Anfang 2025 noch 205 Mio. Franken offen. Die Finanzaufsicht des Bundes, dem Skyguide grösstenteils gehört, ­befürchtet ab 203o ein strukturelles Defizit.