Schule, Spielplatz, Asphalt: Das beschäftigte den Gemeinderat

Tobias Stepinksi

Der Opfiker Gemeinderat hat sich diese Woche mit drei Geschäften befasst. Die FDP kritisierte die Antworten der Schulpflege zum Klassenabbau als ungenügend. Für den Spielplatz Mettlenhügel sprach der Rat 400 000 Franken, trotz Kritik an den Kosten. Und ein Vorstoss der Grünen verlangt, dass die Stadt Asphalt aufbricht.

Seline Signer (FDP) war sichtlich unzufrieden. Zwar bedankte sie sich beim Stadtrat und bei der Schulpflege für die Beantwortung der Fragen, wies dann aber darauf hin: «Die Beantwortung ist aus meiner Sicht ungenügend und in wesentlichen Teilen intransparent.» Mehrere Fragen seien weiterhin offen, etwa zu den Ressourcen und den Klassengrössen, sagte sie im Gemeinderat. Im Detail wollte sie darauf nicht mehr eingehen, um keine Diskussion auszulösen. Einen Wunsch hatte sie trotzdem an die Adresse der Behörden: «Ich hoffe, dass wir transparente und konkrete Daten bekommen, wenn wir in absehbarer Zukunft wieder einen Antrag starten.»

Auslöser der Interpellation war eine Mitteilung der Schulpflege von Anfang März: Auf das neue Schuljahr hin würden drei Kindergärten und fünf Primarklassen geschlossen. Die Schule begründete dies mit Vorgaben des kantonalen Volksschulamts. Signer und ihr Parteikollege Dario Petrovic reichten darauf zwölf Fragen zu Transparenz, Planung, Qualität und Finanzen ein. Die Antwort des Stadtrats liegt seit dem Sommer vor, verfasst hat sie die Schulpflege.

Weniger Kinder, weniger Stellen

Als Erstes wollten die Interpellanten wissen, ob der Kanton neue Vorgaben gemacht habe. Nein, schreibt die Schulpflege: «Die aktuelle Klassenplanung ist somit eine Reaktion auf veränderte Schülerzahlen, Schulraumprognosen und Ressourcenentwicklungen, nicht auf neue kantonale Vorschriften.» Weil die Schülerzahlen sinken, bewilligte der Kanton weniger Lehrerstellen.

Weiter fragten sie, wie viele Kinder vom Abbau betroffen seien und wie gross die Klassen in den einzelnen Schulhäusern heute seien und künftig sein würden. Die Schulpflege zählt auf, was sich ändert: Geschlossen oder zusammengelegt wurden Klassen in den Schuleinheiten Oberhausen und Glattpark. Zwei 6. Klassen laufen in diesem Schuljahr aus und werden nicht ersetzt. Im neuen Schulhaus Bubenholz kommen dafür zwei Mittelstufenklassen dazu. Wie viele Kinder das betrifft, sagt sie nicht. Auch Klassengrössen pro Schulhaus fehlen. Es heisst lediglich: «Die künftigen Klassengrössen dürften sich daher näher an den kantonalen Richtwerten bewegen.» Als Richtwerte nennt die Antwort 21 Kinder pro Kindergarten und 25 pro Primarklasse.

Kosten verlagert statt gespart

Zu den Finanzen verlangten Signer und Petrovic genaue Angaben. Sie wollten wissen, wie viel und ob die Schule mit dem Abbau spare, und baten um eine Antwort «mit konkreten Beträgen und einer Zeitachse».

Zahlen nennt die Schulpflege keine. Sie hält stattdessen fest, dass vorerst gar nicht gespart wird: «Insgesamt dürften die Massnahmen kurz- und mittelfristig nicht zu einer Einsparung führen, sondern lediglich zu einer Verschiebung bzw. Verlagerung: beispielsweise weniger Lehrpersonen, mehr Klassenassistenzen.» Die Primarschule werde zwar entlastet, die Sekundarstufe aber stärker belastet, weil starke Jahrgänge übertreten. Auf lange Sicht rechnet die Schulpflege mit höheren Kosten: «Ressourcen- und Finanzbedarf hängen im Wesentlichen von den Schülerzahlen ab und dürften langfristig steigen.»

Schleichender Leistungsabbau?

Schliesslich ging es den Interpellanten um die Qualität des Unterrichts. Sie fragten, ob die Gefahr eines schleichenden Leistungsabbaus bestehe und mit welchen Massnahmen garantiert werde, dass der Unterricht nicht leide. Die Schulpflege versichert: «Die Massnahmen zielen auf Veränderungen ohne Leistungsabbau.» Sie verweist dabei unter anderem auf die Einhaltung der kantonalen Vorgaben.

Versprechen der Schulpflege

Im Rat erhielt Silvia Messerschmidt (SVP), Vizepräsidentin der Schulpflege, das Wort. «Wir verstehen, dass solche Veränderungen Fragen auslösen und Unsicherheiten schaffen können», sagte sie. Die Lehre daraus: «Für die Schulpflege ist klar, dass wir die Klassen- und Ressourcenplanung noch stärker langfristig betrachten müssen.»

Zudem wolle man den Gemeinderat und den Stadtrat informieren, sobald die Entscheidungsgrundlagen vorlägen. Als nächsten Schritt nannte sie eine Projektgruppe von Schule und Stadt zur Schulraumbedarfsplanung.


Spielplatz-Kredit trotz Kritik gesprochen

«Mit grossartiger Aussicht auf die ganze Stadt»: So beschrieb Marc-André Senti (SP) im Gemeinderat den Spielplatz Mettlenhügel. Die Aussicht bleibt, der Rest wird neu. Für 400 000 Franken lässt die Stadt den Platz umgestalten. Der Rat hat den Kredit bewilligt, einen Ablehnungsantrag gab es nicht.

Der Spielplatz stammt von 1977 und wurde 2014 saniert. Damals wich die bekannte «roti Rutschi» einer grünen. Im Frühling 2025 sammelte die Stadt an einem Mitwirkungsanlass Ideen aus der Bevölkerung. Daraus entstand das Projekt des Berner Planungsbüros «SpielRaum»: eine neue Rutsche, Kletterpodeste am Hügel, ein Sand- und ein Wasserbereich sowie Sitzplätze im Schatten neu gepflanzter Bäume.

Kritik an der Kostenschätzung

Die Rechnungsprüfungskommission (RPK) empfahl den Kredit einstimmig, übte aber Kritik. Ihr sei nur eine Grobkostenschätzung mit einer Genauigkeit von plus/minus 20 Prozent vorgelegt worden, sagte ihr Referent Senti. Die hohen Kosten wären für die RPK ein Grund gewesen, das Projekt zurückzuweisen. Sie habe darauf verzichtet, weil sich die Neugestaltung sonst um mindestens ein Jahr verzögert hätte. Mehr als 400 000 Franken dürfe es aber nicht kosten.

Senti störte sich zudem am Planungshonorar, das rund einen Fünftel der Erstellungskosten ausmacht. «Wir finden, das ist ein recht hoher Betrag», sagte er. In dieselbe Richtung zielte RPK-Präsident Björn Blaser (FDP). Die Stadt solle bei künftigen Vorhaben prüfen, was sie selbst leisten könne: «Lieber Mittel für das konkrete Projekt statt für die externe Begleitung.» Es gehe nicht um weniger Partizipation, sondern um «eine schlanke, effiziente Umsetzung».

Trotz der Kritik gibt sich die Kommission zuversichtlich. Sie sei überzeugt, dass das Bauamt sie bei den Kosten «positiv überraschen» werde, heisst es in ihrem Bericht. Stadtrat Bruno Maurer (SVP) mochte darauf nicht bauen: «Überraschungen sind in Projektumsetzungen selten positiv.» Der Vorstand Bau und Infrastruktur hoffe, es gebe keine.

Deponie im Untergrund

Eine Unbekannte bleibt der Boden. Der Spielplatz liegt auf einer zugeschütteten Deponie und ist im Kataster der belasteten Standorte eingetragen. Die nötige Sanierung ist im Kredit nicht enthalten. Es seien zwei unabhängige Geschäfte, betonte Senti. Der Stadtrat behandelt die Sanierung separat als gebundene Ausgabe. Laut der Spezialkommission Planung kostet sie rund 170 000 Franken, wovon der Bund 60 Prozent übernimmt. Auf PFAS wurde der Boden laut RPK nicht geprüft, weil verbindliche Grenzwerte fehlen.

Als sich im Rat sonst niemand meldete, ergriff Manuela Bührer (FDP) das Wort. «Nicht dass es so aussieht, als hätten wir das Portemonnaie so locker sitzen», sagte sie. Der Betrag sei «fast eine halbe Kiste». In der Fraktion habe man aber feststellen müssen, dass ein Spielplatz heute so viel koste. Die FDP unterstütze das Projekt deshalb. Die Bodenbelastung nannte Bührer allerdings eine «Black Box». Sie hoffe, dass keine weiteren Kosten dazukommen.

Frei ist der Weg damit noch nicht: Zuerst muss der Boden saniert werden, und auch die Baubewilligung steht noch aus.


Mehr tun gegen Hitze und Starkregen

«Man könnte fast meinen, ich hätte schon gewusst, wie der Sommer aussieht, als ich das Postulat schrieb», sagte David Sichau (Grüne) im Gemeinderat. Tatsächlich war der Sommer 2026 laut MeteoSchweiz der wärmste seit Messbeginn. In der Nachbarstadt Kloten wurden mit 38,3 Grad so hohe Temperaturen gemessen wie noch nie. Eingereicht hatte Sichau den Vorstoss Anfang Juli, nach einer ersten Hitzewelle und zwei Starkregen innert weniger Tage. Sichau verlangt, dass die Stadt versiegelte Flächen aufbricht, damit Regenwasser versickern kann und sich die Quartiere weniger aufheizen. Weitere Ratsmitglieder, unter anderem aus SP und GLP, haben mitunterzeichnet.

Man soll nicht 50 Jahre warten

Auslöser seien die Unwetter gewesen, welche die Kanalisation überlastet hätten, sagte Sichau. Er kenne viele Leute, deren Keller vollgelaufen sei. Die Stadt habe zwei Möglichkeiten: «Wir können natürlich für Millionen die Kanalisation ausbauen, oder wir können schauen, dass bei Regen weniger Wasser in die Kanalisation läuft.» Als Vorbild nannte er den Glattpark.

David Sichau stört sich am Tempo. Werde eine Strasse erst in 20 oder 30 Jahren saniert und dann ein junger Baum gepflanzt, dauere es nochmals so lange, bis dieser Schatten spende. Nach den bisherigen Konzepten spreche man «von teilweise 50 bis 60 Jahren, bis wir wirklich einen Effekt sehen». Das Postulat fordert deshalb Sofortmassnahmen, die nicht an Strassensanierungen gekoppelt sind. Die Stadt soll ungenutzte Asphaltflächen entsiegeln, mehr Bäume pflanzen und Versickerungsmulden anlegen. Private sollen Anreize erhalten, ihre Flächen ebenfalls zu entsiegeln, etwa nach dem Vorbild Winterthurs, das laut Postulat die Entsorgungskosten für bis zu 100 Quadratmeter Asphalt übernimmt.

Die Stadt habe bereits Konzepte, etwa zum Hitzeschutz, sagte der Grüne. Ein weiteres brauche es nicht: «Es geht nicht darum, wieder ein weiteres Konzept zu machen.» Gefragt seien Massnahmen, die sich rasch umsetzen liessen.

Nun ist der Stadtrat am Zug. Bis Anfang November muss er sagen, ob er das Postulat aufnimmt oder versickern lässt.

  

Die nächsten Sitzungen

Der Gemeinderat tagt wieder am Montag, 2. November, um 19 Uhr im Singsaal der Schulanlage Lättenwiesen (Giebeleichstrasse 48, Glattbrugg). Am Montag, 7. Dezember, folgt um 18 Uhr die Budgetsitzung. Die Sitzungen sind öffentlich.