Saskia Calden: Der Puppenwald
Ein Mann verschleppt die 16-jährige Jessica in sein Haus im Wald, weil sich seine Tochter eine lebende Puppe wünscht. Saskia Calden erzählt die Entführung in 2 Zeitsträngen und führt die Leser dabei geschickt an der Nase herum.
Ein Ausflug in die Stadt wird der 16-jährigen Jessica zum Verhängnis. Ein Mann verschleppt sie in sein abgelegenes Haus im Wald, um seiner Tochter Clara den sehnlichsten Wunsch zu erfüllen: eine lebende Puppe. Wie ein Spielzeug behandelt das kleine Mädchen sie, kindlich und grausam zugleich. Weigert sich Jessica, das zu tun, was das Mädchen verlangt, wird sie von dessen Vater bestraft. Seine wahren Absichten durchschaut Jessica nicht, bis er sie in seinen Keller bringt. Glücklicherweise kann sie ihrem Peiniger entkommen und erzählt in den Gesprächen mit der Polizei rückblickend von den Ereignissen im Haus. Kommissarin Evelyn Holm, die den Fall übernimmt, ahnt, dass hinter der Entführung weit mehr steckt, als ihre Kollegen vermuten und geht entsprechend behutsam vor. Bei den Ermittlungen stösst sie auf eine Spur, die zu einer folgenschweren Gewissheit führt.
Saskia Calden führt zwei Zeitstränge mit guter Dynamik abwechslungsreich zusammen und führt die Leser gleichzeitig geschickt an der Nase rum. Die Leidenschaft für das Schreiben und Erzählen von Geschichten entstand bei Saskia Calden, geb. 1977, schon in der Kindheit. Seit eine ihrer Kurzgeschichten dem Nachbarsjungen eine schlaflose Nacht bescherte, war ihr Eifer geweckt.
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