Pilotengewerkschaft macht Flughafencheck: Zürich ist sicher
Der dritte VC-Flughafencheck attestiert Zürich ein hohes Sicherheitsniveau. Genf konnte sich verbessern, aber beim Schlusslicht Basel fehlt im Süden eine Anflugbefeuerung.
Der VC-Flughafencheck berücksichtig dieses Jahr zum dritten Mal auch drei Schweizer Flughäfen. «Der Fokus lag dieses Jahr klar bei der Sicherheit rund um die Pisten», sagt Thomas Steffen, Pilot und Flugsicherheitsexperte der Gewerkschaft Aeropers. «In den letzten Jahren gab es international zahlreiche sogenannte Runway Incursions (Vorfälle durch unbefugtes Eindringen in die Startbahn) mit gravierenden Folgen.»
Unter anderem kollidierte 2024 am Flughafen Tokio-Haneda ein Airbus A350 der Japan Airlines bei der Landung mit einem Flugzeug der japanischen Küstenwache, das ohne Freigabe auf die Landebahn gerollt war; fünf Besatzungsmitglieder starben. Im März 2026 kollidierte am New Yorker LaGuardia Airport ein Regionalflugzeug der Air Canada Express bei der Landung mit einem Feuerwehrfahrzeug, das die Startbahn überquerte. Beide Piloten kamen dabei ums Leben, mehrere Dutzend Menschen wurden verletzt. Ausserdem wurde im März 2024 nur durch den geistesgegenwärtigen Startabbruch der Piloten ein Unfall auf dem Flughafen New York JFK verhindert, nachdem Fluglotsen einer Swiss-Maschine die Starterlaubnis gegeben und mehreren anderen Flugzeugen zeitgleich die Kreuzung der Startpiste erlaubt hatten.
Zürich top, Genf besser, Basel nicht
Zürich konnte seine Spitzenposition halten, weil die beleuchteten Haltelinien gemäss der Empfehlung der europäischen Flugsicherheitsbehörde unabhängig von Wetter und Sichtverhältnissen konsequent verwendet werden. Auch die langjährige Beteiligung des Pilotenverbandes an der lokalen Arbeitsgruppe zum Thema Pistensicherheit wirkt sich sehr positiv auf die Bewertung von Zürich aus.
Genf konnte seine Platzierung deutlich verbessern. Aufgrund der Einladung des Pilotenverbandes zur lokalen Arbeitsgruppe zum Thema Pistensicherheit und einer differenzierteren Bewertung der Sicherheitsflächen (RESA) springt der Flughafen von Platz 26 auf Platz 11.
Basel liegt unter anderem wegen der fehlenden Anflugbefeuerung auf der Piste für Anflüge aus Süden und wegen der fehlenden Warnlichter an den Einfahrten zu den Startbahnen unverändert ziemlich abgeschlagen auf dem 30. Platz. Die Pilotinnen und Piloten bewerten dabei die Sicherheitsausrüstung der Flughäfen nach den Vorgaben der ICAO, der Internationalen Pilotenvereinigung IFALPA, der EASA und von Eurocontrol. (red.)
Alle Resultate des Flughafenchecks: www.flughafencheck.ch