Massnahme gegen Parkchaos zeigt Wirkung
In der Wright-Strasse im Glattpark verschwanden im Juli die provisorischen Absperrungen – prompt parkierten die Autos wieder auf dem Trottoir. Inzwischen sind sie zurück: Die Testphase habe sich bewährt, so die Stadt. Eine definitive Verkehrslösung lässt aber noch auf sich warten.
«Eine Frechheit» sei das, findet Stefan Waldispühl. Der Bewohner des Glattparks beobachtete Ende Juli an der Wright-Strasse wieder das gewohnte Bild: Fahrzeuge halb auf der Strasse, Lieferwagen quer, Fussgängerinnen und Fussgänger, die sich dazwischen hindurchbewegen mussten. Ein weisser Lieferwagen habe schon um neun Uhr dort gestanden und mehr als eine Stunde später immer noch, notierte er. Kurz zuvor waren die provisorischen Sperrpfosten verschwunden, die das Falschparkieren beidseits der Strasse ab der Einfahrt Thurgauerstrasse während Monaten verhindert hatten.
Für Waldispühl war damit die Geduld am Ende. «Nun zeigt sich wieder dasselbe Bild von unzähligen illegal auf dem Trottoir und der Strasse stehenden Autos», schrieb er in einer Zuschrift an die Redaktion. Betroffen seien vor allem die vielen Fussgängerinnen und Fussgänger, die dort zu den Geschäften und zum Tram gingen. Er störe sich zudem an der Behinderung des Verkehrs, besonders bei den Ein- und Ausfahrten aus dem Parkhaus Wright Place. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis an dieser Stelle ein schwerer Unfall passiere. Er forderte griffige Massnahmen: rigorose Kontrollen, bauliche Vorkehrungen oder eine geänderte Verkehrsführung.
Nicht das erste Mal
Es ist nicht das erste Mal, dass sich Waldispühl über die Zustände an der Wright-Strasse ärgert. Bereits im vergangenen November machte er auf das «Verkehrschaos» aufmerksam. Die Stadtpolizei sah damals kein planerisches Problem: Die Strasse sei korrekt signalisiert, erklärte Stadtpolizeichef Markus Hausherr, die Behinderungen entstünden durch falsch parkierte oder unachtsame Autolenker. Abhilfe schaffe letztlich nur, dass sich die Lenker an die Vorschriften hielten – und dass die Polizei Übertretungen ahnde. Inzwischen hat die Stadt aber auch baulich reagiert.
Die Verwunderung über die verschwundenen Pfosten hat eine einfache Erklärung. «Bei den Pfosten handelte es sich um eine Testinstallation», teilt Stadtschreiber Guido Zibung auf Anfrage mit. Aufgestellt wurden sie im Januar dieses Jahres, Ende Juli wieder abgebaut – und der Effekt beobachtet. Das Ergebnis fiel positiv aus: «Die Massnahme hat zu einer Verbesserung der Parksituation geführt», so Zibung. Die Pfosten stehen inzwischen wieder.
Drei Unfälle in fünf Jahren
Bleibt die Frage nach der Sicherheit. Die Kantonspolizei Zürich, zuständig für die Unfallstatistik, verzeichnet für die vergangenen fünf Jahre an dieser Stelle drei Unfälle – zweimal beim Einbiegen, einmal eine Frontalkollision. Eine eigene Statistik führt die Stadtpolizei Opfikon nicht.
Bei der baulichen Massnahme bleibt es nicht. Die Stadtpolizei Opfikon und ein externer Verkehrsdienst kontrollieren den ruhenden Verkehr in den Quartierstrassen des Glattparks verstärkt. In diesen würden Fahrzeuge häufig ausserhalb der markierten Felder oder im Parkverbot abgestellt, hält Zibung fest. Solche Widerhandlungen würden mit Ordnungsbussen geahndet.
Wer auf dem Trottoir parkiert, muss ebenfalls mit einer Busse rechnen. Erlauben keine Signale oder Markierungen das Abstellen und bleibt für den Fussverkehr kein mindestens 1,5 Meter breiter Durchgang frei, kostet das Parkieren auf dem Gehweg bis zu einer Stunde 120 Franken. Wer länger stehen bleibt, zahlt entsprechend mehr.
Weniger Parkfelder
Für den Güterumschlag stehen an der Wright-Strasse drei öffentliche, weiss markierte Parkfelder zur Verfügung. Ursprünglich waren es fünf – zwei davon wurden aus Gründen der Verkehrssicherheit aufgehoben. Weitere Parkplätze seien an diesem Standort nicht möglich, so der Stadtschreiber. Ob das ausreicht, wird sich zeigen: Der Lieferverkehr zu den Geschäften und zum Parkhaus dürfte auch mit den zurückkehrenden Pfosten ein Thema bleiben.
Ein Einbahnregime, wie es Waldispühl ins Spiel brachte, kommt für die Stadt derzeit nicht infrage. Eine solche Lösung würde die Verkehrsbelastung auf der Glattparkstrasse und dem Boulevard Lilienthal erhöhen, vor allem im Bereich der Einmündung wäre mit zusätzlichem Rückstau zu rechnen. «Die bestehende Verkehrsinfrastruktur inklusive Barriere könnte dieses Verkehrsaufkommen voraussichtlich nicht bewältigen», gibt Zibung zu bedenken.
Lösung erst später
Wie es an der Wright-Strasse dauerhaft weitergeht, ist noch offen. Für die angrenzende Brache ist laut Zibung ein längerfristiges Bauprojekt vorgesehen. Über eine definitive verkehrliche Lösung werde erst nach Abschluss der Bauarbeiten entschieden. Auch die Regelung des Baustellenverkehrs steht noch aus: Die Baustelleninstallation ist bislang nicht genehmigt, die Verkehrsführung wird sich an den Vorgaben der Baubewilligung orientieren. Für die Dufaux-Strasse beim Hotel, wo regelmässig Reisecars halten, sind aktuell keine Massnahmen geplant.