Kommentar: Viel Aufwand, wenig Wirkung
Der Bund und der Kanton kämpfen mit vereinten Kräften gegen eine Ausbreitung des Japankäfers, der in landwirtschaftlichen Kulturen Millionenschäden anrichten kann. Doch drei Jahre nach der Entdeckung der ersten invasiven Tierchen auf dem Fussballplatz Stighag wird sichtbar: Der Kampf dagegen ist sprichwörtlich vergebliche Liebesmüh.
Der Käfer breitet sich kontinuierlich vom Zentrum Klotens weiter in die umliegenden Gemeinden aus. Das zeigt nur schon die für dieses Jahr vorgenommene Erweiterung des Befallsherdes und der Pufferzone.
Vom Kanton tönt es aber ganz anders. In der Medienmitteilung vom 6. Mai schreibt die Baudirektion davon, dass sich die Lockstofffallen und die Lockfläche «sehr bewährt» hätten. Wenn dem aber so wäre, dann hätte das Befallsgebiet nicht ausgedehnt werden müssen.
Apropos Ausdehnung: Die erfolgt nach Gutdünken und wird offenbar in den kantonalen Amtsstuben mehr oder weniger willkürlich festgelegt. Nicht anders ist zu erklären, weshalb in Lufingen ausgerechnet der Golfplatz vom Bewässerungsverbot ausgenommen wurde. Wie ein Keil ragt ein Teil der stets gut bewässerten Rasenflächen in Richtung Stighag, also dort, wo sich der grösste Befallsherd befindet.
«Man wird den Verdacht nicht los, dass sich die Verantwortlichen viel Ärger ersparen wollten.»
Hier wird man den Verdacht nicht los, dass sich die Verantwortlichen mit der angeblich bewussten Grenzziehung zwischen Befallsherd und Pufferzone entlang der Gemeindegrenze von Lufingen viel Ärger ersparen wollten. In Augwil selbst hat man sich dann aber um die Gemeindegrenze foutiert und zog den Strich mitten durch das Einfamilienhaus-Quartier. Unverständlich, denn das Quartier liegt ebenfalls unmittelbar an der Gemeindegrenze.
Begründet wird die ungewöhnliche Grenzziehung zwischen Befallsherd (Bewässerungsverbot) und Pufferzone mit der 1-Kilometer-Regel, also dem Mindestabstand zu einem Japankäfer-Fund. Die Regel sagt es schon: Es ist der Mindestabstand. Er könnte auch ausgedehnt werden. Doch das wollte man beim Golfspickel offenbar nicht. Kommt dazu: Wo genau in Kloten wie viele Japankäfer gefunden wurden, ist nicht öffentlich.
Solange Grenzen nach fragwürdigen Kriterien gezogen werden und wichtige Informationen unter Verschluss bleiben, leidet nicht nur die Glaubwürdigkeit der Behörden, sondern mehr und mehr auch das Vertrauen der Bevölkerung in den Kampf gegen den Japankäfer.