Klotens Verteidiger treffen – doch vorne fehlt die Durchschlagskraft
Die Verteidiger des EHC Kloten lieferten in der abgelaufenen Saison ungewohnt viel Offensivpower – und doch blieb das Team eines der torärmsten der Liga. Wir haben die Spielerdaten analysiert.
An der offensiven Produktivität der Verteidiger lag Klotens Torarmut nicht. Mit 24 Treffern erzielte die Defensive sogar sechs Tore mehr als in der Vorsaison – und viermal so viele wie noch in der vorletzten Saison, als man bloss den 13. und vorletzten Rang belegte.
Herausragend war in der abgelaufenen Saison Max Lindroth mit zehn Toren. Der Schwede totalisierte wie Topskorer Dario Meyer 28 Punkte. Lindroth war damit der fünftproduktivste Verteidiger der National League und gleichzeitig der mit Abstand torgefährlichste Abwehrspieler der Zürcher Unterländer seit dem Wiederaufstieg 2022. Seine zehn Treffer sind doppelt so viele wie der jeweils beste Torwert eines Klotener Verteidigers in den vergangenen vier Saisons. Mehr als fünf Tore hat seit dem Wiederaufstieg kein Klotener Abwehrspieler erzielt. Auf genau diese fünf Tore kam in der abgelaufenen Qualifikation auch Leandro Profico (35), der damit seinen persönlichen Regular-Season-Bestwert aus seiner Zeit bei den Rapperswil-Jona Lakers nur um einen Treffer verpasste. Auch der Bündner setzte damit offensive Akzente aus der zweiten Linie. Das zeigt klar: Die Verteidiger lieferten. Das Problem lag in der Offensivabteilung. Kloten scheiterte an einer Kombination aus zu geringer Chancenqualität, fehlender Effizienz und zu wenig Output (8,32 Prozent der 1407 Abschlüsse führten zu Toren – einer der niedrigsten Werte der Liga). Hier liegt die zentrale Baustelle für die kommende Saison.
Kloten agierte dafür äusserst diszipliniert: Mit lediglich 301 Strafminuten stellte man das am deutlich wenigsten bestrafte Team der Liga. Auch dieser Wert unterstreicht, dass die Ursachen für das Verpassen des Play-Ins primär im Offensivbereich lagen. Die meiste durchschnittliche Eiszeit pro Partie verzeichnete Max Lindroth (21:53 Minuten) – ein weiterer Hinweis auf seine prägende Rolle in einem Team, das offensiv zu stark von seiner Defensive abhängig war.
Mit Verteidiger Bernd Wolf sowie den Stürmern Keanu Derungs und Reto Schäppi bestritt ein Trio sämtliche 52 Qualifikationsspiele für Kloten. Drei Klotener beendeten die Saison zudem mit einer Plus-Bilanz: die Eigengewächse Rafael Meier und Nicholas Steiner sowie Brandon Gignac (alle +2), wobei Gignac verletzungsbedingt nur die Hälfte der Qualifikationsspiele bestritt.
Pontus Åberg bleibt
Der EHC Kloten bindet Pontus Åberg langfristig: Der schwedische Stürmer hat einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Åberg, der in den vergangenen beiden Saisons jeweils gegen Ende der Spielzeit zum Team stiess, überzeugte mit seiner offensiven Qualität und entwickelte sich rasch zu einem wichtigen Bestandteil der Mannschaft, wie der Klub schreibt.
Die Spielerstatistiken von Kloten
Torhüter: Ludovic Waeber 90,84 Prozent Fangquote und 1 Punkt (1 Assist) aus 25 Spielen (2,48 Gegentore pro Partie/Vorsaison: 90,3 aus 41 Spielen/2,79). Davide Fadani 91,71 Prozent Fangquote aus 25 Spielen (2,59 Gegentore pro Partie). Ewan Huet 90,82 Prozent Fangquote aus 8 Spielen (2,24 Gegentore pro Partie). - Die Siegesbilanzen: Waeber: 9 Siege (1 Shutout). Fadani: 8 Siege (2). Huet: 3 Siege (0).
Feldspieler, Skorerliste: 1. Dario Meyer (Rang 25 der National League) 28 Punkte (15 Tore/13 Assists) aus 51 Spielen (-1), 1 Hattrick. 2. Max Lindroth* 28 (10/18) aus 51 (-8). 3. Tyler Morley 26 (12/14) aus 42 (-10). 4. Robert Leino 26 (8/18) aus 50 (-12). 5. Petteri Puhakka 24 (10/14) aus 49 (-4). 6. Axel Simic 21 (10/11) aus 45 (-9). 7. Brandon Gignac 20 (4/16) aus 26 (+2). 8. Mischa Ramel 16 (6/10) aus 47 (-14). 9. Keanu Derungs 16 (6/10) aus 52 (-10). 10. Keijo Weibel 12 (5/7) aus 49 (-6). 11. Leandro Profico* 11 (5/6) aus 48 (-1). 12. Rafael Meier 9 (3/6) aus 42 (+2). 13. Lukas Klok* 9 (2/7) aus 44 (-11). 14. Deniss Smirnovs 8 (2/6) aus 42 (-2). 15. Noah Delémont* 7 (3/4) aus 48 (-16). 16. Bernd Wolf* 7 (1/6) aus 52 (-11). 17. Nicholas Steiner* 6 (2/4) aus 47 (+2). 18. Reto Schäppi 6 (2/4) aus 52 (-1). 19. Nolan Diem 5 (3/2) aus 28 (-9). 20. Harrison Schreiber 5 (2/3) aus 35 (-9). 21. Oula Palve 5 (1/4) aus 16 (-6). 22. Steve Kellenberger* 5 (0/5) aus 50 (-3). 23. Pontus Aberg 3 (2/1) aus 6 (-2). 24. Joel Henry 3 (2/1) aus 6 (-3). 25. Dario Sidler* 2 (1/1) aus 15 (0). 26. Kimi Körbler 1 (0/1) aus 7 (-1). 27. Leandro Hausheer* 1 (0/1) aus 27 (-2).
Ohne Skorerpunkt: Simon Meier (1 Spiel/-2), Victor Backman (3 Spiele/0) und Cyrill Keller (8 Spiele/-2). - * = Verteidiger.
Eiszeit (durchschnittlich pro Partie): 1. Max Lindroth (Rang 14 der National League) 21:53 Minuten.