Kleineres Teilnehmerfeld, aber die gleiche Leidenschaft

Dennis Baumann

Zum zweiten Mal haben sich «Brändi Dog»-Fans im «Graffland» getroffen. Es kamen weniger Teams als im Sommer, dafür aber Turniererfahrene. Und der Wunsch nach einer Fortsetzung ist ungebrochen.

In der grossen Halle im «Graffland» ist es warm. Die Betreiber haben für das zweite Opfiker «Brändi Dog»-Turnier extra die Heizung eingeschaltet, denn die Temperaturen sind seit der ersten Austragung im Sommer längst gesunken.

Am vergangenen Sonntagmittag verteilten sich 13 Teams mit insgesamt 26 Personen auf die Tische. Damit an jedem Tisch vier Personen sitzen, spielen die Organisatorinnen Silvia Specogna und Linda Bärtschi gleich selbst mit.

Die Idee zum Turnier war am Opfiker Chlausmärt unter «Dog»-Spielenden entstanden. Silvia Specogna und ihre Schwester Linda Bärtschi machten daraus im Juli das erste Turnier mit knapp 50 Teilnehmenden («Stadt-Anzeiger» vom 23. Juli).

Eingespielt und emotional

Zu den Stammgästen der Turnierszene gehören Irene Born und Marlene Wittwer aus Bülach. Die beiden Freundinnen nehmen an rund 20 Turnieren pro Jahr teil. «Wir wollen gewinnen», sagt Irene Born. Marlene Wittwer ergänzt: «Wir mögen das Spiel und die Herausforderung.»

Das Spiel sei knifflig, man müsse strategisch sein, und beim Spiel zu zweit brauche es fast Gedankenlesen. «Wir sind so eingespielt, dass wir niemals mit jemand anderem im Team spielen könnten.» Nach dem ersten Spiel strahlen sie: «Wir haben sehr schnell gewonnen. Wir hatten Glück mit den Karten, aber wir sind auch einfach ein eingespieltes Team.»

Ganz anders beginnt das Turnier für den Opfiker André Stutz, der mit seinem Sohn Yanick gegen das eingespielte Duo aus Bülach angetreten ist. Nach der ersten Partie holt er draussen frische Luft. «So schnell habe ich noch nie verloren, nach nur 15 Minuten. Es war eine Kanterniederlage.» Die Gegner hätten enormes Kartenglück gehabt und sogar einen Fehler gemacht, sonst hätten sie schon nach zehn Minuten gewonnen.

Die Freude lässt er sich aber nicht nehmen – trotz Frust nach der schnellen Niederlage. «Es geht um Spiel und Spass», sagt er. «Brändi Dog» habe er vor zehn Jahren entdeckt, als seine Frau es nach Hause brachte: «Ich habe mich sofort in das Spiel verliebt.»

Bekannte und neue Gesichter

Für die zweite Ausgabe schrieb Mitorganisatorin Silvia Specogna die Teilnehmenden vom ersten Mal an, und einige sind tatsächlich wiedergekommen. Dazu kommen vier neue Gesichter, die den Flyer im Restaurant Frohsinn gesehen hatten. Beworben wurde das Turnier ausserdem über die Plattformen der Quartierarbeit Opfikon und den «Stadt-Anzeiger».

Co-Organisatorin Linda Bärtschi zieht ein positives Fazit: «Es hat viel Spass gemacht. Es kommen Leute jeden Alters, das ist wirklich schön.» Die Resonanz sei gross gewesen. «Alle haben sich bei uns bedankt, dass wir so ein Turnier organisieren, und gesagt, dass sie wiederkommen werden.» Dass diesmal weniger Teams dabei waren als beim ersten Mal, sieht sie gelassen: «Ich glaube, das ist etwas, das langsam wachsen wird, wenn es sich weiter herumspricht.»

Wo Spass im Vordergrund steht

Am Modell haben die beiden Schwestern nichts verändert. Die Zweierteams ziehen eine Nummer und bekommen so einen Tisch zugeteilt. Jedes Team spielt fünf Partien von maximal 30 Minuten. Wer innerhalb der Zeit gewinnt, erhält drei Punkte. Wird nach 30 Minuten ausgezählt, gibt es zwei Punkte für das Team mit mehr Kugeln im Ziel, bei einem Unentschieden einen. Ausscheiden muss niemand. «Es geht in erster Linie um den Spass», sagt Bärtschi.

Es gibt trotzdem etwas zu gewinnen: einen kleinen Pokal in Form einer Faust mit nach oben gerecktem Daumen, angelehnt an das Emblem von «Brändi Dog». Dazu kommen Migros-Gutscheine im Wert von 60, 40 und 20 Franken für die drei besten Teams. Im Juli waren es noch Gutscheine fürs «Graffland» gewesen. Weil dieses im Winter schliesst, suchten die Organisatorinnen eine Alternative.

Dass das Turnier im «Graffland» stattfinden kann, bezeichnet Linda Bärtschi als Glücksfall. Der Ort stellt die Halle samt Tischen und Stühlen zur Verfügung, und die Teilnehmenden konsumierten im hauseigenen Café. «So profitieren beide Parteien.» Der Aufwand halte sich dadurch in Grenzen. Silvia Specogna hat eine Website für die Anmeldung gebaut, den Rest erledigen Anschreiben und Flyer. Die Spielschachteln brachten viele Teilnehmende gleich selbst mit.

Nächstes Turnier im Frühling

Was das Spiel für sie ausmacht, erklärt Bärtschi so: «Man muss nicht gut sein, um Spass zu haben.» Es hänge vom Kartenglück ab, brauche aber auch Strategie. Dazu komme das Soziale: «Es kommen Leute zusammen, die dasselbe Spiel lieben, und knüpfen Kontakte.»

Ein Termin steht noch nicht, aber das nächste Turnier soll im Frühling folgen. Langfristig möchten die Organisatorinnen «Brändi Dog» dreimal pro Jahr spielen lassen, im Frühling, Sommer und Herbst. «Wir hoffen, dass nächstes Mal wieder mehr Leute kommen.»

Informationen: www.braenditurnieropfikon.ch