(Kein) Golden Eagle Revival 2: Darum kam die Party-Absage so kurzfristig
Bewilligt für 150 Personen, erlaubt für 50: Ein fehlender Notausgang verhindert die Party Golden Eagle Revival 2 in Glattbrugg. Die Feuerpolizei hatte den Raum vorher nie besichtigt. Das OK kritisiert den späten Zeitpunkt, die Stadt sieht die Veranstalter in der Pflicht.
Die Bewilligung lag vor, die Dekoration hing. Dann kam die Feuerpolizei. Rund drei Wochen vor dem Termin ist Golden Eagle Revival 2 abgesagt. Organisiert haben die Party Ronnie Derichsweiler und Mike Frei vom Organisationskomitee (OK). «Mike und ich suchten die vergangenen Tage verzweifelt nach einer Lösung», schreibt Derichsweiler auf Facebook. Vergeblich. Das Problem: Im Freizeitraum der katholischen Kirche St. Anna in Glattbrugg fehlt ein zweiter Notausgang. Statt 150 Personen sind nur noch 50 erlaubt. «Das ist aus unserer Sicht weder durchführbar noch stimmungsförderlich», schreibt das OK.
Privatperson meldet Bedenken
Die Bewilligung für 150 Personen hatte die Stadt Mitte August erteilt. «Die Stadtpolizei als bewilligende Instanz kennt die Räumlichkeiten in der Regel nicht und macht deshalb entsprechende Auflagen für den/die Veranstalter/in», schreibt die Stadt Opfikon. Die Fluchtwege regle ein Merkblatt der Feuerpolizei, das Teil jeder Bewilligung sei. «Die Feuerpolizei wird jeweils mit einer Kopie der Verfügung bedient.» Laut OK-Mitglied Reto Baer hatte sie den Raum auch beim ersten Revival 2024 nicht besichtigt.
Ins Rollen kam die Sache im September. Eine Privatperson, die anonym bleiben möchte, sah, wie der Raum dekoriert wurde, und fragte bei der Kirchgemeinde nach. «Es hat mich erstaunt, dass ein solcher Anlass in einem Raum mit nur einem Fluchtweg stattfinden sollte», sagt sie. Die übrigen Fluchtmöglichkeiten seien mit Dekoration verstellt gewesen. Von der Kirchgemeinde sei ihr gesagt worden, das OK habe alles abgeklärt.
Wer hätte es merken müssen?
Anfang Oktober stand trotzdem die Feuerpolizei im Raum. Ihr Befund: Es fehlt ein Ausgang von 90 Zentimetern Breite. Den Vorschlag des OK, mit einer zusätzlichen Sicherheitsperson 75 Gäste einzulassen, lehnte die Feuerpolizei ab. Hätte die Party ohne diese Kontrolle stattgefunden? «Das können wir nicht abschätzen und deshalb nicht beantworten», schreibt die Stadt.
«Wir kritisieren nicht die Auflagen, sondern das sehr späte Eingreifen», betont das OK. «Bei einer früheren Intervention hätten wir wenigstens Kosten und Aufwand einsparen können.»
Die Privatperson bedauert zwar, dass die Abklärung so spät erfolgte. Sie hält jedoch fest: «Das kann man aber nicht mir als Hinweisgeber anlasten.» Für die Sicherheit seien in erster Linie die Veranstalter verantwortlich.
So sieht es auch die Stadt: Für die Sicherheit seien Eigentümer und Veranstalter verantwortlich, in diesem Fall also Kirchgemeinde und OK. Kontrollieren könne die Stadt trotzdem: «Die Feuerpolizei und die Stadtpolizei können bei einem bereits bewilligten Anlass eine unangemeldete Kontrolle durchführen.»
Für den Freizeitraum, in dem die Golden-Eagle-Disco 1974 ihren Anfang nahm, gilt nun: Mehr als 50 Personen dürfen hier nicht mehr feiern.