IG Sport Schweiz kämpft für drei Sportlektionen
Die IG Sport Schweiz warnt vor einer Abschaffung des nationalen Mindeststandards von drei Sportlektionen pro Woche. Weniger Bewegung an den Schulen würden Gesundheit, Chancengerechtigkeit und den Vereinssport schwächen, so die Dachorganisation.
Hintergrund ist die Diskussion im Rahmen der «Entflechtung 2027», bei der Bund und Kantone prüfen, ob der Bund künftig auf entsprechende Vorgaben verzichten soll. Aus Sicht der IG Sport Schweiz wären drei Sportlektionen pro Woche weit mehr als ein schulisches Zusatzangebot. Sie seien eine wichtige Investition in die Gesundheit, die Bildung und die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Regelmässige Bewegung fördere nicht nur die körperliche Fitness, sondern auch die psychische Gesundheit, die Konzentrationsfähigkeit sowie soziale Kompetenzen und das Miteinander im Schulalltag.
Zudem erfülle der Schulsport eine wichtige Brückenfunktion zum Vereinssport. Für viele Kinder sei der Sportunterricht der erste Kontakt mit verschiedenen Sportarten und dem Vereinsleben. Davon profitierten auch die zahlreichen Sportvereine, die auf motivierten Nachwuchs angewiesen seien. Gleichzeitig leiste der Schulsport einen wichtigen Beitrag zur Integration und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Prävention würde geschwächt
Die IG Sport Schweiz befürchtet, dass ohne einen nationalen Mindeststandard einzelne Kantone oder Gemeinden den Sportunterricht aus Spargründen reduzieren könnten. Dies würde nach Ansicht der Organisation zu einer Ungleichbehandlung der Schülerinnen und Schüler führen und einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsförderung schwächen.
Dabei verursache die Beibehaltung der drei obligatorischen Sportlektionen keine zusätzlichen Kosten. Sie sichere lediglich den heutigen Mindeststandard in der ganzen Schweiz und gewährleiste, dass Bewegungsförderung nicht vom Wohnort abhängt. Die kantonale Schulhoheit bleibe dadurch weiterhin gewahrt, betont die IG Sport Schweiz. Die Kantone verfügten bereits heute über grosse Freiheiten bei Lehrplänen und der Organisation des Sportunterrichts.
Angesichts zunehmenden Bewegungsmangels bei Kindern und Jugendlichen, wachsender psychischer Belastungen sowie steigender Gesundheitskosten wäre eine Lockerung der Vorgaben aus Sicht der IG Sport Schweiz das falsche Signal. Stattdessen brauche es mehr Prävention und mehr Bewegung im Schulalltag. (pd.)