Hitzesommer: Rekord im Freizeitbad
Der heisse und trockene Sommer 2026 bescherte dem Freizeitbad Opfikon die beste Saison seit mindestens 2009. Einzelne Badegäste wussten sich aber nicht zu benehmen.
Das Hundeschwimmen («Stadt-Anzeiger» vom 24. September) bildet traditionell den Abschluss der Opfiker Freibadsaison. Es gehört zu einer ganzen Reihe von Veranstaltungen, die das Freizeitbad einmalig machen – obwohl es vielerorts ebenfalls beliebte Nachahmerangebote gibt. Auch eine Badi-Sunset-Party gibt es hier jeweils mitten in den Sommerferien, ebenso sind seit Jahren Tiere zum Streicheln zu Gast. Und die Kulturkommission hat das Opfiker Open-Air-Filmfestival hier veranstaltet, weil dessen Stammplatz – der Pausenplatz des Schulhauses Mettlen – derzeit wegen Sanierungsarbeiten nicht genutzt werden kann.
Eröffnet wird die Saison jeweils im Mai mit dem Besuch des Modellschiffclubs Winterthur mit seinen filigranen schwimmenden Nachbauten echter Wasserlegenden. Ausserdem erfreuen sich die Wellness-Angebote und das Sprudelbad im Freien wachsender Beliebtheit.
Bestes Ergebnis seit mindestens 2009
Diesen Sommer kam neben diesem Rahmenprogramm noch das Wetter hinzu. Tagelange Hitzewellen und Trockenheit bescherten dem Freizeitbad zusätzliche Badegäste: 95 379 waren es, wie Betriebsleiter Peter Pfluger gegenüber dem «Stadt-Anzeiger» sagt: «Das war der beste Sommer, seit ich hier bin – also seit 2009. Davor habe ich schlicht keine Zahlen.» Zum Vergleich: Vergangenes Jahr zählte man 87 656 Badegäste, das waren fast 9 Prozent weniger.
Die besten Tage waren dabei der Sonntag, 21. Juni, mit 2276 Badegästen, der Samstag, 27. Juni, mit 2228 sowie der Pfingstmontag, 25. Mai, mit 2048 Badegästen. Die Messstation am Flughafen verzeichnete an diesen drei Tagen 33,7, 37,8 und 30,4 Grad. Gemäss Pfluger musste man wegen der Hitze aber keine besonderen Vorfälle verzeichnen.
Manche Gäste sind aggressiver
Dafür habe man vermehrt aggressives Verhalten bei vereinzelten Badegästen festgestellt. «Vor allem Jugendliche folgen nicht mehr den Anweisungen des Badpersonals», resümiert Betriebsleiter Pfluger. Wenn etwa die Rutschbahn «Magic Tube» mit den aufblasbaren Ringen verstopft werde, im Sprudelbad gesprungen werde oder es zu Handgreiflichkeiten komme, greife sein Personal ein.
Manche Zurechtgewiesene würden dies nicht akzeptieren, einfach weitermachen oder auch aggressiv reagieren. Renitente Gäste würden dann des Bades verwiesen. «Das bedeutet neben dem Stress aber einen erheblichen zeitlichen Aufwand», gibt Pfluger zu bedenken, und das halte die Bademeisterinnen und -meister von anderen Aufgaben ab. Über die ganze Saison habe man so rund 20 Personen mit einem Hausverbot belegt – je nach Schwere für einzelne Tage oder Wochen, für die Saison oder in drei Fällen sogar auf unbestimmte Zeit. In fünf Fällen habe man die Polizei aufbieten müssen, um dies durchzusetzen. Doch Pfluger relativiert: «Angesichts der vielen Menschen ist es eine kleine Zahl. In anderen Bädern sind permanent Securitas-Leute vor Ort.» Selbst für den Betriebsleiter des erfolgreichen Freizeitbades wird es indes immer schwieriger, Personal zu finden. «Bis jetzt hat es aber immer geklappt.»
Noch kein Problem hatte man diesen Sommer mit KI-Brillen, die – manchmal unbemerkt – auch Bilder und Videos machen können. «Aber wir haben unsere Badeordnung inzwischen angepasst und diese Geräte verboten», so Pfluger.
Pommes frites von guter Qualität
Auch das Restaurant hat das Seine zur gelungenen Badesaison beigetragen: «Es wird uns immer wieder gesagt, wie gut die Qualität des Essens sei», sagt Peter Pfluger. «Die Renner waren Pommes frittes, danach Pommes frites mit Chicken Nuggets. Bei den Getränken waren es Slushy und Eiskaffee.» Das Sortiment war auf die soeben beendete Saison optimiert worden und sollte für die nächste Saison keine Änderungen erfahren. «Ausserdem gibt es immer wieder Lob, dass unsere Anlage sehr sauber sei», freut sich Pfluger.
Inzwischen wurde das Freibad «winterdicht» gemacht. Seit Montag ist die ganze Anlage wegen der Revision bis zum 16. Oktober geschlossen. Der teilweise mobile Zaun wird am 29. Oktober geöffnet, so dass man einen Teil des Geländes – es liegt nahe der Glatt – auch ausserhalb der Badesaison nutzen kann.
In besonders schöner Erinnerung behält Peter Pfluger das Hundeschwimmen: «Es ist immer ein besonderer und schöner Moment. Die Gäste an diesem Tag sind immer sehr freundlich und dankbar.»