Glattal rüstet für trockene Zeiten
Die Trockenheit hatte uns diesen Sommer im Griff – allerorts wurde zum Wassersparen aufgerufen. Eine zusätzliche Transportleitung soll die Trinkwasserversorgung im Glattal noch besser sichern.
Die lange Trockenheit macht derzeit deutlich, wie verletzlich die Wasserversorgung in trockenen Sommern sein kann. Sinkende Grundwasserstände führen dazu, dass lokal weniger Wasser zur Verfügung steht und teilweise mehr Wasser aus übergeordneten Versorgungssystemen bezogen werden muss.
Parallel dazu wird im Furt- und Glattal an einer langfristigen Lösung gearbeitet. Die Gruppenwasserversorgung Vororte und Glattal (GVG) plant mit der «Spange Ost» eine rund sieben Kilometer lange Trinkwasser-Transportleitung zwischen Bassersdorf und Volketswil. Das Projekt hat nach vier Jahren Planung einen wichtigen Meilenstein erreicht und wird nun öffentlich aufgelegt.
«Die ‹Spange Ost› ist ein zentrales Projekt für die Zukunft unserer Region: Sie garantiert 80 Jahre sichere Trinkwasserversorgung – auch bei weiterem Wachstum.»
Die neue Leitung soll einen Ringschluss im bestehenden Trinkwassernetz ermöglichen. Dadurch kann Wasser künftig flexibler verteilt werden. Fällt beispielsweise ein Teil des Netzes wegen Unterhaltsarbeiten aus oder steht in einem Gebiet weniger Wasser zur Verfügung, können andere Leitungsabschnitte stärker genutzt werden.
Für 320 000 Menschen
Das Versorgungsnetz der GVG beliefert heute rund 320 000 Einwohnerinnen und Einwohner sowie Unternehmen im Furt- und Glattal mit Trinkwasser. Gleichzeitig wächst die Bevölkerung. Die Wasserversorgung muss deshalb nicht nur auf heutige, sondern auch auf künftige Anforderungen ausgerichtet werden. Die «Spange Ost» soll mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern bis zu 150 000 Menschen mit Trinkwasser versorgen können. Die Leitung wird auf eine Lebensdauer von rund 80 Jahren ausgelegt. Für später ist zudem eine Erweiterung des Durchmessers auf 80 Zentimeter vorgesehen. Damit ist das Projekt nicht als kurzfristige Antwort auf die aktuelle Trockenheit gedacht. Vielmehr soll es die Versorgung langfristig stabiler und flexibler machen – gerade auch mit Blick auf mögliche weitere trockene Sommer und das erwartete Bevölkerungswachstum.
35 Millionen Franken
Die Kosten für die neue Leitung werden auf rund 35 Millionen Franken geschätzt. Finanziert werden soll das Projekt über Darlehen der Gemeinden und Banken sowie über Beiträge des Kantons. Zusätzlich ist eine geringfügige Erhöhung der Wassertarife der Gemeinden vorgesehen. Ab dem 1. September liegt das Bauprojekt während 30 Tagen in den betroffenen Gemeinden öffentlich auf. Nach der Behandlung allfälliger Einsprachen soll die Delegiertenversammlung der GVG im Oktober über das Projekt befinden und den Kreditantrag zuhanden der Urnenabstimmung verabschieden.
Voraussichtlich im Herbst 2027 entscheidet die Bevölkerung der betroffenen Gemeinden über den Baukredit. Bei einer Zustimmung rechnet die GVG mit einer zweijährigen Bauzeit. Ab 2030 könnte die «Spange Ost» damit ihren Beitrag zu einer sichereren Trinkwasserversorgung im Furt- und Glattal leisten.