Die Klotener Samariter sind jetzt auch in Opfikon aktiv

Karin Steiner

Seit fast 125 Jahren leistet der Samariterverein Kloten wertvolle Erste Hilfe an lokalen Veranstaltungen, führt Kurse durch und organisiert Blutspendeaktionen. Nun hat er auch das Gebiet Opfikon/Glattbrugg übernommen.

Seit über 30 Jahren ist Brigitte Murmann im Samariterwesen aktiv, davon war sie zehn Jahre lang Kantonalpräsidentin. «In der Zeit als Kantonalpräsidentin habe ich miterlebt, dass sich viele Samaritervereine aufgelöst haben», sagt die aktive ­Samariterin, die als Vorstandsmitglied der Samariter Kloten für die Kasse, das Kurswesen und den Sanitätsdienst zuständig ist. «Wenn ein Verein sich auflöst, liegt dieses Gebiet brach, und das ist immer schwierig. Denn die Samariter leisten wertvolle Erste Hilfe an allen kultu­rellen und sportlichen Veranstaltungen. Ohne ihren Einsatz wäre das Gesundheitswesen einiges teurer, denn dann müssten Profis diesen Bereich abdecken.»

Auch Opfikon/Glattbrugg hatte früher einen Samariterverein, der sich 2017 aufgelöst hat. Der Nachfolger namens «SAM Opfikon» kämpft mit Nachwuchsproblemen. «Wir beschränken unsere Tätigkeit deshalb auf direkte Aufträge bei Anlässen der Stadt Opfikon», erläutert SAM-Präsident Eric Welter. «Weil wir aber nur 8 Aktive sind, arbeiten wir oft und gern mit benachbarten Vereinen zusammen.» Gegen eine Expansion der Klotener hat er nichts einzuwenden, im Gegenteil: «Es ist gut, wenn diese Dienstleistungen von einem Verein mit mehr Ressourcen weiterhin abgedeckt werden.»

«Wir bekamen oft Anfragen aus diesem Gebiet», bestätigt Brigitte Murmann. «Und da wir kantonalen Vorgaben zufolge im letzten Jahr unsere Statuten anpassen mussten, beschlossen wir, dies zu nutzen und unser Gebiet um Opfikon/Glattbrugg zu erweitern.» Nun will sich der Verein, der sich jetzt Samariter Kloten Opfikon-Glattbrugg nennt, im neuen Gebiet positionieren und bekannt machen. «Man muss wissen, dass es uns gibt», so Brigitte Murmann.

Umfassendes Kursangebot

Zu den Aufgaben des Samaritervereins ­gehört zum einen die sanitätsdienstliche Betreuung von Patientinnen und Patienten an kulturellen und sportlichen Veranstaltungen. Das Spektrum reicht von der Behandlung einer kleinen Schnittwunde bis hin zur notfallmässigen Erstversorgung bis zum Eintreffen der Rettungskräfte.

Daneben bieten die Samariter Kloten Opfikon-Glattbrugg eine Vielzahl an Kursen an, die dazu dienen, dass die Teilnehmenden wissen, wie Erste Hilfe zu leisten und Leben zu retten ist. Dies ist zum Beispiel der Nothilfekurs, der für die Erlangung des Führerscheins obligatorisch ist und der die Kursteilnehmenden lehrt, wie sie sich in einem Notfall richtig verhalten müssen.

 

«Bei den Samaritern ­bekommt man gratis eine solide Erste-Hilfe-Ausbildung.»

Brigitte Murmann, Samariter Kloten Opfikon-Glattbrugg

 

Im Reanimationskurs wird gezeigt, wie man Herz-Kreislauf-Notfälle erkennt, wie die Herz-Lungen-Wiederbelebung durchgeführt und allenfalls der Defibrillator richtig eingesetzt wird. Ein spezieller Kurs widmet sich Notfällen bei Kleinkindern.

Auch Vereine und Firmen können Erste-Hilfe-Kurse buchen, die speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind. «Kurse sind für unseren Verein wichtige Einnahmequellen», sagt Brigitte Murmann. Blutspendeaktionen sind ebenfalls Eckpfeiler im Tätigkeitsprogramm der Samariter. «Sie werden vom Blutspendedienst Zürich durchgeführt. Aber die lokalen Vereine organisieren den Anlass, unterstützen den Blutspendedienst und kümmern sich um die Verpflegung. Im Oktober wird nochmals eine Blutspendeaktion durchgeführt», so Brigitte Murmann. «Wir werden in den lokalen Anzeigern rechtzeitig darauf aufmerksam machen.»

Ein Verein mit langer Tradition

Die Samariter Kloten feiern im nächsten Jahr das 125‑Jahr-Jubiläum. 1902 gegründet, schloss der Verein eine Lücke im damals wachsenden Netz der Samaritervereine. 1989 trat Brigitte Murmann dem Verein bei und ist nach zehn Jahren als Kantonalpräsidentin wieder zu ihren Wurzeln zurückgekehrt. «Zurzeit haben wir rund 30 aktive Samariterinnen und Samariter», sagt sie. «Immer wieder kommen Interessierte zu uns, und einige davon bleiben und machen aktiv mit.» Letztes Jahr leisteten die Klotener Sama­riter 900 Stunden Sanitätsdienst. Mit regelmässigen Monatsübungen stellen sie ­sicher, dass ihr Erste-Hilfe-Wissen stets auf dem aktuellen Stand ist. Dazu kommen die Einsätze an lokalen Veranstaltungen.

Was ist die Faszination an dieser Freiwilligenarbeit? «Viele Menschen suchen eine Tätigkeit für die Gesellschaft», weiss Brigitte Murmann. «Bei den Samaritern bekommt man gratis eine solide Erste-Hilfe-Ausbildung. Als Gegenleistung hilft man mit bei den Einsätzen. Das Wissen, das man erlangt, gibt Sicherheit im Alltag. Mit der Zeit kann man auch Führungsaufgaben übernehmen oder sich zur Kursleiterin ausbilden lassen. Zudem kommt bei uns auch das Soziale nicht zu kurz, denn es gibt zahlreiche gesellschaftliche Anlässe. Wir sind offen für alle, die sich für die Erste Hilfe oder den Sanitätsdienst interessieren, und freuen uns über jedes neue Mitglied.»

Interessierte können jederzeit unverbindlich an einer der Monatsübungen teilnehmen und schnuppern. Die Daten sowie alle Informationen findet man online.

Informationen: www.samariter-kloten.ch oder www.sam-opfikon.ch