Der Bahnhof Opfikon wird auf voller Länge rollstuhlgängig
Am Bahnhof Opfikon haben umfangreiche Bauarbeiten begonnen. Von Ende Mai bis Ende Juni werden Strecke und Bahnhof – auch wegen des Doppelspurausbaus – ganz geschlossen. Bis im November wollen die SBB mit allem fertig sein.
Eigentlich hätten bis Ende 2023 alle Bahnhöfe behindertengerecht sein sollen. Gemäss einem Umsetzungsbericht war dies damals bei 1089 von rund 1800 Stationen der Fall. Und weil die SBB die grossen Bahnhöfe prioritär angepasst haben, konnten per Ende 2023 80 Prozent aller Reisenden von den behindertengerechten Umbauten profitieren.
In diesen Wochen wird nun die Station Opfikon (rein technisch gesehen ist es wegen fehlender Weichen kein Bahnhof) ebenfalls so umgebaut, dass sie den Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes entspricht. Das bedeutet durchgehend stufenfreies Einsteigen in die Züge. Erreicht wird dies dadurch, dass beide Perronkanten auf 55 Zentimeter über dem Gleis angehoben werden. Derzeit liegt eine im überdeckten Perronbereich (250 Meter) noch 3 Zentimeter tiefer; ausserhalb des Tunnels (rund 70 Meter, Richtung Oerlikon) sind es zwischen 6 und 10 Zentimeter, die fehlen.
Erreicht wird dies, indem die Gleisüberhöhung von 115 auf 75 Millimeter reduziert wird. Weil sich der Zug dadurch etwas weniger «in die Kurve legt», darf er statt mit 100 nur noch mit 90 durch die Station fahren.
Ausserdem wird der Perron etwas verbreitert, damit auch entlang des Treppenaufgangs Schaffhauserstrasse mindestens 1,5 Meter Platz verbleiben. An der Giebeleichstrasse werden es sogar 2 Meter sein.
Grösserer Lift an der Schaffhauserstrasse
Auch die Zugänge zum Perron werden verbessert: Den Lift an der Schaffhauserstrasse, der heute noch der Stadt gehört, ersetzen die SBB durch einen grösseren, der das Mindestmass von 2,2 mal 1,1 Metern erfüllt. Dazu muss der Liftschacht um knapp 60 Zentimeter vergrössert werden. Die Liftanlage an der Giebeleichstrasse, erbaut 1981 und wie die anderen Zugänge 2006 renoviert, bleibt wie vorhanden.
Die bestehende Treppe an der Schaffhauserstrasse wird saniert und verbreitert; diejenige an der Giebeleichstrasse wird ohne Verbreiterung saniert. Bei beiden Treppen werden die Handlaufenden mit Braille-Anschriften (für Blinde ertastbar) ausgestattet. Für mehr Komfort und Sicherheit sorgen neue Beleuchtungen auf den Perrons und bei den Zugängen.
Der Mittelperron wird mit den vorhandenen Standardelementen der SBB neu ausgestattet: Recyclingbehälter, Billettentwerter und Billettautomat, Smart Information Display (SID) sowie Sitzbänke.
Ausserdem werden die Fahrbahnen erneuert und die Entwässerung verbessert. Dabei wird der Schotter wo immer möglich gewaschen und wiederverwendet.
Technisch gibt es eine Änderung im Fahrstrombereich. Hier wird der stromführende Draht durch eine stabilere Deckenstromschiene ersetzt. Deshalb braucht es dort weniger Fahrleitungsmasten und Tragwerke.
Eine Treppe und ein Lift sind stets offen
Um den Zugverkehr am Tag aufrechtzuerhalten und die Sicherheit der Mitarbeitenden zu gewährleisten, seien Arbeiten in der Nacht leider unumgänglich, teilt die Medienstelle auf Anfrage des «Stadt-Anzeigers» mit. Nachts würden Arbeiten ausgeführt, die am Tag nicht realisiert werden können, weil sie zu nahe an den fahrenden Zügen oder der Fahrleitung sind.
Die Bauarbeiten seien leider oft mit Unannehmlichkeiten für die Anwohnerinnen und Anwohner der Baustelle verbunden; man bemühe sich aber, den Lärm und die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten.
Teilweise sind einzelne Zugänge gesperrt, die entsprechenden Umleitungen sind signalisiert. Während der Bauzeit bleibe der Bahnhof aber grundsätzlich immer über mindestens einen Lift und einen Treppenzugang zugänglich.
Auch wenn ein Teil der Transporte auf der Schiene erfolgt, rechnen die Planer gemäss dem Umweltbericht mit rund 400 zusätzlichen Lastwagenfahrten über die gesamte Bauzeit von rund 43 Wochen. Das entspricht durchschnittlich ungefähr 10 Fahrten pro Woche, sowohl am Tag als auch nachts. An insgesamt 10 Nächten finden rund 200 Fahrten statt, was rund 2 Fahrten pro Nacht bedeutet.
Von Ende Mai bis Ende Juni ganz zu
Aber nicht nur im Bahnhof Opfikon wird gebaut: Schon seit Monaten bauen die SBB ein zweites Gleis zwischen dem Dorint-Hotel und dem Bahnhof Kloten ein. Von 23. Mai bis 29. Juni 2026 wird die Strecke Opfikon–Kloten deshalb komplett gesperrt. Der Bahnhof Opfikon bleibt in dieser Zeit geschlossen, und es fahren Ersatzbusse.
Punktuell könne es auch vor und nach dieser Zeitspanne zu betrieblichen Einschränkungen ab 22 Uhr kommen. Die SBB empfehlen, vor Antritt jeder Reise den Online-Fahrplan auf sbb.ch oder in der SBB Mobile App zu prüfen. Über die App kann man sich zudem seine persönliche Pendelstrecke einrichten; wenn man danach die Push-Benachrichtigungen abonniert, wird man auch ohne Fahrplanabfrage über Störungen oder Fahrplanänderungen durch Baustellen informiert.
Die Station Opfikon wurde zwischen 1978 und 1981 gebaut und zählt heute werktags durchschnittlich 2500 Ein- und Aussteigende. Die Kosten für das gesamte Projekt betragen rund 18 Millionen Franken. Diese werden über die Leistungsvereinbarung der SBB mit dem Bund finanziert.