Der 8. März ist mehr als ein Wahltag – er ist ein Versprechen
Am 8. März wählt Opfikon seinen Gemeinderat. Dass dieser Tag zugleich der Internationale Frauentag ist, ist mehr als ein Zufall. Es ist eine Erinnerung daran, dass Gleichstellung, soziale Sicherheit und echte Teilhabe keine Selbstverständlichkeiten sind – auch nicht in einer prosperierenden Gemeinde wie Opfikon.
Opfikon wächst. Neue Wohnüberbauungen, internationale Unternehmen, steigende Standortattraktivität. Wir profitieren von der Nähe zu Zürich und vom wirtschaftlichen Motor rund um den Flughafen. Doch Wachstum allein ist noch kein Fortschritt. Die zentrale Frage lautet: Wer profitiert davon – und wer bleibt zurück?
In den letzten Jahren sind die Mieten gestiegen, bezahlbarer Wohnraum ist knapper geworden. Familien, Alleinerziehende, Studierende und ältere Menschen spüren den Druck besonders stark. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wer arbeitet, braucht verlässliche Kinderbetreuung. Wer Angehörige pflegt, braucht Entlastung. Wer von Gewalt betroffen ist, braucht Schutz und ernsthafte Unterstützung.
«Der Rechtsstaat zeigt seine Stärke nicht im Umgang mit den Lauten und Privilegierten, sondern im Schutz der Verletzlichen.»
Als Juristin mit besonderem Interesse an Opferrechten weiss ich: Der Rechtsstaat zeigt seine Stärke nicht im Umgang mit den Lauten und Privilegierten, sondern im Schutz der Verletzlichen. Das gilt im Gerichtssaal – und es gilt in der Gemeindepolitik. Eine soziale Gemeinde erkennt Ungleichheiten früh und handelt, bevor Menschen durch die Maschen fallen.
Für mich steht deshalb ein Thema im Zentrum dieser Wahl: soziale Sicherheit in einer wachsenden Stadt. Dazu gehören:
- Bezahlbarer Wohnraum, damit Opfikon nicht nur für Gutverdienende attraktiv bleibt.
- Starke öffentliche Schulen und Betreuungsangebote, die allen Kindern faire Startchancen ermöglichen.
- Niederschwellige Beratungs- und Unterstützungsangebote, insbesondere für Betroffene von Gewalt und Menschen in prekären Lebenslagen.
- Transparente und bürgernahe Politik, die zuhört und erklärt, statt über die Köpfe hinweg zu entscheiden.
Soziale Sicherheit ist kein Gegensatz zu wirtschaftlicher Stärke. Im Gegenteil: Unternehmen siedeln sich dort an, wo die Lebensqualität stimmt, wo Fachkräfte ihre Kinder gut betreut wissen und wo gesellschaftlicher Zusammenhalt spürbar ist. Eine Gemeinde, die investiert – in Bildung, Prävention und Integration –, spart langfristig Kosten und stärkt den sozialen Frieden.
Der 8. März erinnert uns daran, dass politische Rechte hart erkämpft wurden. In der Schweiz erhielten Frauen das Stimmrecht auf Bundesebene erst 1971. Demokratie lebt davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen und ihre Stimme einbringen – nicht nur an der Urne, sondern auch im Parlament.
Ich kandidiere erneut für den Gemeinderat, weil ich überzeugt bin: Opfikon kann Wachstum und Gerechtigkeit verbinden. Wir können eine Gemeinde sein, die wirtschaftlich erfolgreich ist und gleichzeitig soziale Verantwortung ernst nimmt. Eine Gemeinde, die nicht nur baut, sondern auch Brücken schlägt – zwischen Generationen, zwischen Kulturen, zwischen unterschiedlichen Lebensrealitäten.
Der 8. März ist ein starkes Symbol. Machen wir ihn zu einem Tag, an dem wir uns bewusst für ein Opfikon entscheiden, das zusammenhält. Für eine soziale, gerechte und zukunftsfähige Gemeinde.
In der Rubrik «Aus dem Gemeinderat» schreiben Opfiker Gemeinderätinnen und Gemeinderäte regelmässig Beiträge. Sämtliche im Parlament vertretenen Parteien bekommen hierzu Gelegenheit.