Buchtipp: Tapfere Frauen in gefährlichen Zeiten
Im Zweiten Weltkrieg wurden englische Frauen nach Paris geschickt, um sowohl die Résistance zu unterstützen als auch die Deutschen auszuspionieren. Zu diesen Frauen gehört auch Pat, die neu nach Paris kommt – mit einem versteckten Funkgerät im Gepäck.
Jeden Tag muss Pat mit dem illegalenGerät nach London funken und auf Antwort warten. Anfangs hat sie nur wenige Kontakte, doch nach und nach findet sie Verbündete. In der zweiten Zeitebene (1998) recherchiert die Radiomoderatorin Gwen für ein Buch über diese englischen Widerstandskämpferinnen. Zusammen mit ihrer Tochter zieht sie nach Paris, um deren Spuren zu folgen. Dabei helfen ihr auch die Kassetten, die ihre Grossmutter kurz vor ihrem Tod aufgenommen hat und auf denen sie von ihrem bewegten Leben in Paris erzählt, wohin sie 1941 gezogen war. Auf dem Sterbebett hatte sie Gwen gebeten, nach einer Lilou in Paris zu suchen. Mit journalistischem Gespür macht sich Gwen auf die Suche – und entdeckt mehr, als sie je vermutet hätte. Elisabeth Sandmann spannt in ihrem Roman den Bogen vom Zweiten Weltkrieg bis in die 1990er-Jahre und erzählt mitreissend, wie verdrängte Erinnerungen auch nach Jahrzehnten ihre Bannkraft entfalten. Der Roman basiert auf der wahren Geschichte von Churchills Geheimagentinnen der Special Operations Executive, die erstmals in feindlichem Gebiet eingesetzt wurden.
Elisabeth Sandmann. Wir dachten, das Leben kommt noch. Piper, 2025.
Informationen: www.opfikon.ch/stadtbibliothek