Buchtipp aus der Stadtbibliothek: Jetzt ist unsere Zeit
Julianne ist eine sehr strukturierte Persönlichkeit, die nichts mehr verabscheut als Überraschungen und Chaos. Als ihr Vater nach einem Hausbrand bei ihr einzieht, sieht sie dem Ganzen skeptisch entgegen. Ihr Vater war immer schon «anders».
Juliannes Vater ist ein Freigeist, hat nie das getan, was man von ihm erwartete, hat immer «sein Ding durchgezogen», auch wenn er viel Kopfschütteln erntete. Als Kinder fanden Julianne und ihre Schwester Adèle das toll, als Jugendliche schämten sie sich für ihren Vater. Die Ehe der Eltern zerbrach, der Kontakt zum Vater wurde immer weniger, und jetzt zieht er bei Julianne ein.
Das Zusammenleben gestaltet sich bunt, spontan, chaotisch und immer überraschend. Langeweile ist ein Wort, das im Leben des Vaters nicht existiert, deshalb fällt Julianne am Anfang auch nicht auf, dass ihr Vater immer vergesslicher wird. Doch nach und nach wird ihr bewusst, dass ihr Vater krank ist und unter Demenz leidet, und das mit 67 Jahren. Für Adèle und Julianne ist klar: Sie wollen die Zeit, die ihnen mit ihrem Vater noch bleibt, geniessen und ihm seinen grössten Wunsch erfüllen. Was sie dabei alle voneinander lernen, merken sie erst später.
Virginie Grimaldi, geb. 1977, lebt mit ihrer Familie bei Bordeaux. «Jetzt ist unsere Zeit» ist ein bewegender und gleichzeitig humorvoller Roman darüber, wie sich die Rollen von Eltern und Kindern im Alter verschieben.
Virginie Grimaldi. Jetzt ist unsere Zeit. Penguin. 2026
Informationen: www.opfikon.ch/stadtbibliothek