Buchtipp aus der Stadtbibliothek: Das etruskische Lächeln

Nicola Widmer

Die Opfiker Bibliothekarinnen empfehlen jeden Monat ein deutsch- und ein englischsprachiges Buch. Diesmal geht es um einen alten, kranken Bauern aus Kalabrien, der in Norditalien ungewohnte Erfahrungen macht; und um eine Doppelgeängerin in einem geheimnisvollen Haus, wo nichts ist, wie es scheint – spannend bis zur letzten Seite.

Salvatore Roncone, ein alter Bauer aus dem kalabrischen Süden Italiens, ist schwer krank. Sein Krebsleiden lässt ihm nicht mehr viel Zeit und deswegen macht sich der Haudegen, Widerstandskämpfer und Macho widerwillig auf zu seinem Sohn in die Grossstadt Mailand. Doch schon auf dem Weg dorthin, bei einem Zwischenstopp in Rom, widerfährt ihm etwas Seltsames: Während er in einem Museum auf seinen Sohn wartet, versinkt er in der Betrachtung der Tonfiguren eines etruskischen Ehepaares. Ein eigentümliches Lächeln spielt um die Lippen der Statuen, ein Lächeln, das Salvatore nicht mehr loslässt. Neben der Auseinandersetzung mit seinem Sohn erwartet den alten Mann in Mailand aber auch eine völlig unvorhergesehene neue Erfahrung: die Liebe zu seinem Enkelsohn Bruno und seine Gefühle für die verwitwete Hortensia – überrascht und überwältigt lernt er am Ende seines Lebensweges neue und tiefgehende Seiten an sich und dem Leben kennen.

José Luis Sampedro wurde 1917 in Barcelona als Sohn eines kubanischen Vaters und einer algerischen Mutter geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte Sampedro vor allem in Tanger/Marokko. Sein Studium führte ihn, unterbrochen vom Bürgerkrieg, schliesslich nach Madrid. Dort war er an der Universität tätig sowie in der Wirtschaft und Politik und verstarb 2013.

José Luis Sampedro. Das etruskische Lächeln. Goldmann. 2004.

Zum April-Buchtipp in englischer Sprache

Weitere Informationen: www.opfikon.ch/stadtbibliothek