Aus dem Gemeinderat: Wir fordern mehr Grün, weniger Grau

Hëna Sadriu und David Sichau

Starkregenereignisse und lang anhaltende Hitzewellen sind in Opfikon längst keine Seltenheit mehr. Auf den ersten Blick wirken diese zwei Wetterextreme wie zwei völlig unterschiedliche Ereignisse. Das eine bringt zu viel Wasser, das andere zu viel Hitze. Dass in Opfikon beides auf Dauer nicht tragbar ist, hat einen Grund: zu viele versiegelte Flächen und zu wenig natürliche Flächen, die Wasser aufnehmen und für Abkühlung sorgen können.

Nach heftigen Regenfällen standen in Opfikon zuletzt Teile der Strassen unter Wasser, und die Unterführung am Bahnhof Glattbrugg war überschwemmt. Nicht einmal zwei Wochen später bot sich erneut ein ähnliches Bild.

Auch kennen wir die andere Seite des Problems: Dauerhafte Hitzewellen haben in diesem Sommer dominiert und uns Menschen wie auch die Natur an ihre Grenzen gebracht. Wo Asphalt und Beton überwiegen, heizen sich die Flächen stark auf und geben die Hitze bis tief in die Nacht wieder ab. Diese Situation ist kein Zufall. Asphalt und Beton sind aus un­serem Stadtbild kaum wegzudenken. Seien es Gehwege, Parkplätze oder Strassen, sie erfüllen in unserer Stadt wichtige Funktionen. Doch eine stark versiegelte Stadt hat auch ihre Nachteile. Regenwasser kann nicht dort verrinnen, wo es auf den Boden trifft. Das führt dazu, dass bei Starkregen enorme Wassermengen entstehen, welche die Kanalisation zusätzlich belasten. Parallel hierzu fehlen Grünflächen und Bäume, die Schatten spenden und die Umgebung abkühlen.

 

«Es geht uns nicht darum, Strassen zurückzubauen. Es geht um einen vernünftigen Umgang mit dem vor­handenen Raum.» »

Hëna Sadriu und David Sichau, Gemeinderatsmitglieder Grüne

 

Genau hier setzt das von David Sichau, Gemeinderat der Grünen, erarbeitete Postulat zur Entsiegelung von Strassen in Opfikon an. Wir fordern, dass die Stadt prüft, wo versiegelte Flächen durch wasserdurchlässige oder begrünte Flächen ersetzt und reduziert werden können. In diesem Anliegen geht es uns nicht darum, Strassen zurückzubauen oder den Verkehr aus Opfikon zu verbannen. Es geht um einen vernünftigen Umgang mit dem vorhandenen Raum: Wo braucht es in der Tat Asphalt und wo könnte alter­nativ Wasser versickern oder ein Baum Schatten spenden?

Von einer solchen Anpassung würde Opfikon gleich mehrfach profitieren. Mehr Grünflächen können nicht nur Regenwasser aufnehmen. Sie verbessern das Stadtklima und schützen uns vor ­späteren hohen finanziellen Kosten durch Elementarereignisse. Darüber hinaus leisten sie einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Gerade in dicht verbauten Städten ver­bessern bewusste Entsiegelungen die Lebensqualität für Menschen in Opfikon.

Es ist unerlässlich, dass wir unsere Stadt vorausblickend gestalten und eine resiliente Infrastruktur für die Zukunft anpeilen. Eine klimaresiliente und zukunftsorientierte Stadtplanung für Opfikon ist eine ökonomisch kluge Vorsorgestrategie, um die Infrastrukturkosten im Griff zu behalten und die Stadt gegen Klimarisiken abzusichern. Die Klimaver­änderung ist jetzt da – jetzt müssen wir reagieren.

In der Rubrik «Aus dem Gemeinderat» schreiben Opfiker Gemeinde­rätinnen und Gemeinderäte regelmässig Beiträge. Sämtliche im Parlament vertretenen Parteien bekommen hierzu Gelegenheit.