Aus dem Gemeinderat: Transparenz statt Überraschungen

Seline Signer

Vor gut zwei Jahren durfte ich mich an dieser Stelle erstmals als neue Stimme der FDP im Gemeinderat vorstellen. Schon damals war für mich klar: Wer politische Verantwortung übernimmt, muss hinschauen, nachfragen und auch unbequeme Fragen stellen. Genau das tun wir als FDP.

Die Entwicklung unserer Schule beschäftigt mich. Die Ankündigung, dass auf das Schuljahr 2026/27 drei Kinder­gärten und fünf Primarklassen wegfallen, hat viele Eltern und Lehrpersonen überrascht und Fragen aufgeworfen. Mit unserer Interpellation haben wir nach­gefragt, wie es zu dieser Situation kam, welche Grundlagen der Klassenplanung zugrunde liegen und wie künftig vorausschauend geplant werden soll.

Die Antwort der Schulpflege erklärt zwar sinkende Schülerzahlen, kantonale Vorgaben und die Schulraumplanung. Sie beantwortet aus meiner Sicht aber noch nicht alle entscheidenden Fragen. Offen bleibt, weshalb diese Entwicklung so überraschend kam und nicht früher transparent aufgezeigt wurde.

Denn genau hier liegt für mich der entscheidende Punkt: Es darf nicht nochmals passieren, dass Eltern, Lehrpersonen und Gemeinderat erst sehr spät mit weitreichenden Veränderungen konfrontiert werden. Wenn sich Schülerzahlen verändern und daraus Konsequenzen für Personal und Schulraum entstehen, muss frühzeitig informiert und geplant werden.

 

«Politik bedeutet für mich nicht, alles zu kritisieren, sondern genau hinzuschauen, die richtigen Fragen zu stellen, Antworten einzufordern und Verantwortung zu übernehmen.»

Seline Signer, Gemeinderätin FDP

 

Die Schulpflege hält selbst fest, dass eine regelmässige Information über wesentliche Entwicklungen bei Klassenplanung, Schulraumbedarf und Ressourcenentwicklung sinnvoll sei. Das begrüssen wir. Transparenz darf aber nicht erst beginnen, wenn eine Entscheidung bereits gefallen ist.

Wir bleiben deshalb dran. Mit einer Antwort allein ist es nicht getan. Entscheidend ist, ob aus diesen Erfahrungen auch konkrete Verbesserungen entstehen.

Dasselbe gilt für den verantwortungsvollen Umgang mit unseren Steuergeldern. Die Rechnungsprüfungskommission hat festgestellt, dass die Aufwände im Bereich der Tagesstrukturen stetig und überproportional steigen und eine gesamthafte Überprüfung des Beitragsreglements für die familien- und schulergänzende Kinderbetreuung empfohlen.

Auch hier wollen wir genauer hinschauen: Wie haben sich die Kosten entwickelt? Was sind die Gründe dafür? Wie viele Familien erhalten Beiträge und in welcher Höhe? Und ist das heutige System noch zweckmässig? Genau diese Fragen stellen wir nun dem Stadtrat und der Schulpflege.

Es geht uns nicht darum, Leistungen für Familien oder eine gute Schule infrage zu stellen. Im Gegenteil: Beides ist für ein attraktives Opfikon wichtig. Aber gerade weil es um unsere Kinder und um öffentliche Gelder geht, brauchen wir eine verlässliche Datengrundlage, vorausschauende Planung und nachvollziehbare Entscheidungen.

Politik bedeutet für mich nicht, alles zu kritisieren, sondern genau hinzuschauen, die richtigen Fragen zu stellen, Antworten einzufordern und Verantwortung zu übernehmen. Als FDP setzen wir uns für eine sachliche und lösungsorientierte Politik ein – für gute Schulen, vorausschauende Planung und einen effizienten Umgang mit Steuergeldern. Transparenz ist dabei kein Selbstzweck. Sie schafft Vertrauen. Und Vertrauen entsteht dort, wo nachvollziehbar ist, weshalb Entscheidungen getroffen werden und was sie für Opfikon bedeuten.

In der Rubrik «Aus dem Gemeinderat» schreiben Opfiker Gemeinderätinnen und Gemeinderäte regelmässig Beiträge. Sämtliche im Parlament vertretenen Parteien bekommen hierzu Gelegenheit.