Aus dem Gemeinderat: Mein Weg zu den Grünen
Es gibt kaum einen Ort, der mir so sehr am Herzen liegt wie Opfikon. Hier aufzuwachsen war ein Abenteuer. Ob auf dem Spielplatz in der Nachbarschaft oder in der Schule, hier kamen immer alle zusammen.
Es gibt kaum einen Ort, der mir so sehr am Herzen liegt wie Opfikon. Hier aufzuwachsen war ein Abenteuer. Ob auf dem Spielplatz in der Nachbarschaft oder in der Schule, hier kamen immer alle zusammen. Ich liebte es, nach der Schule mit meinen Kameradinnen und Kameraden nach Hause zu gehen und dort einmal südafrikanisches, einmal bosnisches oder philippinisches Essen zu probieren und so an unterschiedlichen Kulturen teilzuhaben. Diese Vielfalt hat Opfikon für mich schon früh besonders gemacht. Für mich bedeutet Opfikon aber auch Natur, Ruhe und Rückzug. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Hardwald. Er ist ein fester Bestandteil meines Lebens: als Rückzugsort, als Ruhepol und als Spielplatz für unsere Familienhunde. Der Hardwald hat mir früh gezeigt, welche Bedeutung Natur für den Menschen und unseren Planeten hat und dass sie geschützt werden muss. Lange war mir nicht bewusst, dass diese Kindheitserfahrungen mehr waren als nur schöne Erinnerungen.
Erst später habe ich verstanden, dass sie mein politisches Denken geprägt haben und warum ich mich heute bei den Grünen wiederfinde. Meine Entscheidung, mich für die Grünen zu engagieren und Teil dieser Partei zu sein, ist zum einen aus meinen Kindheitserfahrungen gewachsen und zum anderen aus den Werten und Weltansichten, die ich mir auf meinem Weg ins Erwachsenenalter angeeignet habe. Als queere Frau mit Migrationshintergrund vereinen sich in mir mehrere Lebensrealitäten, die in unserer Gesellschaft noch immer zu oft übersehen und vernachlässigt werden. Mit meiner Kandidatur für den Gemeinderat möchte ich mich deshalb für Minderheiten einsetzen und gleichzeitig für einen zukunftsfähigen Planeten, auf dem Natur und Menschen gleichermassen ihren Platz haben und geschützt werden.
«Als queere Frau mit Migrationshintergrund vereinen sich in mir mehrere Lebensrealitäten, die noch immer zu oft übersehen werden.»
Sich politisch zu engagieren heisst für mich im Moment vor allem, vieles zum ersten Mal zu tun. Zwar konnte ich durch das politische Engagement meiner Schwester schon früh erste Einblicke gewinnen, doch zeigt sich jetzt, parallel zur Arbeit und zum Studium, dass politisches Engagement deutlich mehr ist, als Flyer und Gipfeli zu verteilen. Es sind viele Gespräche mit Opfikerinnen und Opfikern, Informationsanlässe in der Nachbarschaft und Wahlerklärungsveranstaltungen für Menschen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Genau dort beginnt politische Arbeit für mich.
Diese Arbeit ist anspruchsvoll und zum Glück trage ich sie nicht allein. Dank einer unterstützenden und stärkenden Zusammenarbeit innerhalb der Partei meistern wir diese Aufgaben gemeinsam. Seit meinem Parteieintritt im letzten Sommer erfahre ich eine verlässliche und fördernde Unterstützung durch meine Parteikolleginnen und -kollegen, für die ich sehr dankbar bin. Alle diese Begegnungen und die Zusammenarbeit haben mir gezeigt, wo ich hin möchte und wofür ich mich zukünftig einsetzen will. Während die politische Situation in der Welt vielen Menschen derzeit die Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft raubt, möchte ich meinen Beitrag leisten und bewusst dagegenhalten und zeigen, dass es auch anders geht. Ich werde mich konsequent dafür einsetzen, dass unser Opfikon auch für kommende Generationen lebenswert bleibt.
In der Rubrik «Aus dem Gemeinderat» schreiben Opfiker Gemeinderätinnen und Gemeinderäte regelmässig Beiträge. Sämtliche im Parlament vertretenen Parteien bekommen hierzu Gelegenheit.