Armbrustschützenverein: Die Krone bleibt in Opfikon

Daniel Donatsch

Finaltag bei den Armbrustschützen um die Krone des 8. Opfiker Tellmeisters. Die 14 besten Qualifikantinnen und Qualifikanten traten kürzlich im Stand Rohr gegeneinander an.

Nicht in mancher Sportart können sich Frau und Mann, Jung und Alt in der gleichen Disziplin messen. Beim Schiessen ist das jedoch möglich und das sorgt für sehr viel Spannung. Bei einem Final ist dann nicht nur das Können gefragt, sondern da spielen die 20 Zentimeter zwischen den Ohren eine grosse Rolle. Auf die Frage «Bist du nervös?» gaben wenige zu, das es ein wenig kribbelte. Zittrige Finger, trockener Mund und Kaum-Hinsetzen-Können wiesen auf etwas anderes hin. Eben auf einen Final.

Sieben Frauen und sieben Männer im Alter von 13 bis 75 Jahren stellten sich dieser Herausforderung. In der Quali-Reihenfolge, mit der Siegerin zuerst, konnten die Sportgeräte und Startplätze ausgewählt werden. Jedem Finalisten standen sechs Probeschüsse zur Verfügung, bevor es an die entscheidenden zehn Schuss auf die 20er-Scheibe ging.

Erst in Runde drei ging die künftige 8. Tellmeisterin Nora Vesztergom aus Opfikon an den Start. In den Probeschüssen näherte sie sich schnell der Mitte und der ersehnten 20‑Punkte-Marke. Bei der ersten Schussabgabe zeigte Nora kurz Nerven und kassierte prompt eine 15.

Danach marschierte Nora auf beeindruckende Art und Weise durch die Aufgabe. Mit acht Treffern mit mindestens 18 Punkten und noch einer 17 dazu löste sie die Aufgabe mit 179 Punkten hervorragend und sicherte sich mit 11 Punkten Vorsprung die Krone.

Im zweiten Rang mit 168 Punkten ernannte sich Qualisiegerin Megan Herzog (Rümlang) zur Vizekönigin. Spannend wurde es um Rang drei. Trotz der eingesetzten 20er-Scheibe, welche für eine grössere Differenz sorgen sollte, schafften es drei Schützen auf die Punktzahl von 161. Die Tiefschüsse mussten herbeigezogen werden. Alle drei hatten gleich viele 20er, 19er und 18er. Erst bei den 17ern entstand eine Differenz. In der Quali ebenfalls Dritter und mit der Ankündigung, «das Ding» zu gewinnen, konnte Jürg Senn sich dank 3‑mal 17 auf den dritten Rang hieven. Der undankbare vierte Platz ging, wie ebenfalls in der Quali, an Melania Del Nero (1‑mal 17, 2‑mal 16) vor Henrik Herbst (1‑mal 17, 1‑mal 16). Henrik löste als Letzter, kurz vor Torschluss, das Finalticket und im Final steigerte er sich weiter auf den 5. Schlussrang. Im 6. Rang folgte Sophie Herzog, Dauergast seit 2021 im Final, mit 158 Punkten. Nur 2 Punkte dahinter klassierte sich Lena Escher auf Rang 7 mit 156 Punkten, hauchdünn vor Sylvia Baumgartner – Rang 8 und 155 Punkte.

Ebenfalls hervorzuheben ist die Leistung des erst 13‑jährigen Laurin Escher. Zwei herbe Tiefschüsse verhinderten eine höhere Klassierung als den 9. Rang mit 149 Zählern. Auf Rang 10 reihte sich der Vorjahresvize Erwin Wyss ein, dem die Luft nach dem 6. Schuss merklich ausging. Vier schwere Tiefschüsse ergaben dann 143 Punkte. Nicht viel besser erging es Josef Simeon, der sich als letzten Treffer eine 3 notieren lassen musste – 142 Punkte und Rang 11.

Dem Kampf der Nerven erlag auch Chantal Späni bei den letzten zwei Schüssen – Rang 12 und 138 Punkte. Auf dem Unglücksplatz 13, aber wenigstens nicht als Letzter, trug sich Reto Senn mit 120 Punkten ein.

Einer muss aber der Letzte sein. Schon von Anfang an war der Wurm drin und es wollte einfach nicht klappen. Trotzdem steigerte sich Fritz Leimbacher im Laufe der Schussserie, doch leider etwas zu spät. Die 114 Punkte bedeuteten Rang 14.

14 Schützeninnen und Schützen sowie 14 spannende Geschichten und Erlebnisse um einen tollen Final. Erfahrungen, die einem niemand mehr wegnehmen kann und die man gerne wieder oder sogar ein erstes Mal erleben möchte.

Die nächste Möglichkeit bietet sich 2027, wenn es wieder heisst: Wer wird 9. Tellmeisterin oder Tellmeister?