100 Millionen für neue Flug-Infrastruktur im Westen
Am Flughafen sind die Bauarbeiten für ein neuen Terminal mit Hangar im Westen bei Rümlang gestartet. Die Anlage soll ab 2028 die veraltete Infrastruktur im Osten ersetzen und den gestiegenen Anforderungen gerecht werden.
Mit dem geplanten Terminal, einem modernen Hangar sowie einem eigenen Vorfeldbereich entsteht nach Angaben der Flughafenbetreiberin, der Flughafen Zürich AG, eine zeitgemässe Anlage, die künftig die bestehende Infrastruktur im Osten des Flughafens ersetzt.
In den vergangenen Jahren wurde deutlich, dass der Flughafen den veränderten Anforderungen im Bereich der General Aviation – also dem privaten und geschäftlichen Flugverkehr – nicht mehr vollständig gerecht werden kann. Insbesondere fehlt es an Hangarflächen für grössere Flugzeugtypen. Gleichzeitig hat die bestehende Infrastruktur im Osten das Ende ihres Lebenszyklus erreicht.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die geplante sogenannte Umrollung, ein zentrales Sicherheitsprojekt am Flughafen. Dieses Vorhaben betrifft auch die aktuellen Einrichtungen der General Aviation und der Rega-Gebäude und macht eine Neuorganisation notwendig.
Moderne Infrastruktur
Die neue Anlage in der Zone West wird gezielt auf die Anforderungen moderner General-Aviation-Dienstleister ausgerichtet. Geplant sind grosszügige Hangarflächen, die auch grössere Flugzeuge aufnehmen können, sowie ein funktionales Terminalgebäude. Dieses bietet ausreichend Platz für Passagierprozesse und Büroräumlichkeiten.
Ein zusätzlicher Vorteil ist die Nähe zum bestehenden Heliport, wodurch sich die Umsteigezeiten für Passagiere deutlich verkürzen. Auch landseitig wird die Infrastruktur verbessert: Neue Parkplätze für Mitarbeitende und Reisende sind vorgesehen. Die Erschliessung erfolgt über eine Verlängerung der Rohrstrasse.
Der Baustart erfolgte letzte Woche. Die Inbetriebnahme ist nach aktuellem Stand für das Frühjahr 2028 geplant. Insgesamt investiert die Flughafen Zürich AG rund 100 Millionen Franken in das Projekt. Das neue General-Aviation-Terminal ist Bestandteil einer umfassenden Entwicklung der Zone West des Flughafens. Das rund 16,8 Hektaren grosse Areal befindet sich im Besitz der Flughafen Zürich AG und ist im Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) für verschiedene Nutzungen vorgesehen. Dazu gehören Vorfelderweiterungen, Gebäude für Abfertigung, Flugzeug- und Flughafenunterhalt sowie Logistik und die entsprechende Erschliessung.
Erste Etappe abgeschlossen
Ein erster Schritt dieser Entwicklung ist bereits abgeschlossen: 14 neue Flugzeugstandplätze wurden in der Zone West fertiggestellt. Weitere Projekte befinden sich derzeit in unterschiedlichen Planungs- und Umsetzungsphasen.
Mit der neuen Infrastruktur will der Flughafen Kloten die Grundlage schaffen, um auch künftig den Anforderungen der General Aviation gerecht zu werden, wie die Flughafenbetreiberin weiter schreibt. Gleichzeitig könnten die Sicherheit sowie die betrieblichen Abläufe weiter optimiert werden.
Rega zieht gleich zweimal um
Ein vertrautes Bild am Nordostrand des Flughafens wird bald der Vergangenheit angehören: Das markante Rega-Center, seit 1997 Hauptsitz der Schweizerischen Rettungsflugwacht, muss weichen. Der Grund ist die geplante Umrollung der Piste 28 am Flughafen. Deshalb muss die Rega ihren heutigen Hauptsitz, wo auch der Jet-Betrieb angesiedelt ist, bis Ende 2030 in Kloten aufgeben.
Trotz des erzwungenen Abzugs bleibt die Rega dem Flughafen zumindest mit einem Teil ihres Betriebs treu. Die drei Ambulanzjets sowie die Mitarbeitenden der Jet-Operation sollen auch künftig am Flughafen stationiert sein – in einer neuen Jet-Basis im Westen des Flughafens, für die mit den Bauarbeiten begonnen wurde (siehe Hauptbericht).
Rega-Helikopter bald in Kägiswil
Was hingegen definitiv aus Kloten verschwindet, ist das Herz der Organisation. Der Helikopter-Instandhaltungsbetrieb, die nationale Einsatzzentrale sowie die Verwaltung sollen künftig in Sarnen beim ehemaligen Militärflugplatz Kägiswil angesiedelt werden. Am neuen Hauptsitz in Kägiswil werden rund 200 Rega-Mitarbeitende tätig sein, darunter etwa 50 Fachspezialisten im Helikopter-Instandhaltungsbetrieb.
Bundesrat muss noch entscheiden
Ein Baugesuch für den neuen Rega-Hauptsitz in Sarnen wurde beim Bundesamt für Zivilluftfahrt eingereicht. Für die Realisierung ist eine Anpassung des Sachplans Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) notwendig, über die der Bundesrat voraussichtlich bis Ende 2026 entscheiden wird. (dj.)